Tibet-Konflikt China lässt Mönchskloster umstellen


Im Südwesten Chinas sind offenbar Dutzende buddhistische Mönche in ihrem Kloster von Sicherheitskräften umstellt worden. Laut Informationen der Internationalen Kampagne für Tibet wollten die Mönche einen verbotenen traditionellen Feiertag begehen. Ihr Marsch wurde gestoppt und die Mönche in ihr Kloster zurückgedrängt.

Nach einer regierungskritischen Demonstration buddhistischer Mönche haben chinesische Sicherheitskräfte nach Angaben von Aktivisten ein tibetisches Kloster umstellt. Der Protest gegen die Unterdrückung der Tibeter durch die Regierung in Peking habe am Sonntag in der Präfektur Aba, einer tibetisch geprägten Region in der südwestlichen Provinz Sichuan, stattgefunden, erklärte die in New York ansässige Internationale Kampagne für Tibet unter Berufung auf Augenzeugen vor Ort.

Hunderte Mönche des Sey-Klosters hätten sich damit gegen das Verbot von Gebeten während des buddhistischen Monlam-Festes gewendet. Außerdem hätten sie die Freilassung aller tibetischen Häftlinge gefordert.

Nach der Rückkehr der Mönche von der Protestveranstaltung umstellten nach Angaben der pro-tibetischen Organisation bewaffnete Polizisten das Kloster. Die ebenfalls in New York ansässige Organisation Studenten für ein freies Tibet bestätigte den Vorfall. Die Behörden in Aba erklärten, ihnen sei kein solcher Zwischenfall bekannt.

Knapp ein Jahr nach den Unruhen in Tibet sind die Spannungen in den von Tibetern bewohnten chinesischen Regionen offenbar deutlich gestiegen. Vergangene Woche hatte sich ein Mönch in Aba selbst angezündet. Laut Studenten für ein freies Tibet ereignete sich der Zwischenfall, als Polizisten etwa tausend Mönchen den Zugang zum Kloster Kirti verwehrten.

Tibet-Aufstand jährt sich zum 50. Mal

Am 10. März jährt sich der Tibet-Aufstand zum 50. Mal, der Jahrestag war im vergangenen Jahr Anlass für wochenlange Unruhen. Dabei kamen nach offiziellen Angaben 22 Menschen ums Leben. Tibetische Aktivisten schätzen jedoch, dass die Zahl der Todesopfer bei mehr als 200 lag.

Um Proteste tibetischer Flüchtlinge in Nepal zum Jahrestag zu verhindern, hat die Regierung in Kathmandu Demonstrationen nahe der chinesischen Botschaft verboten. Wer sich den Anweisungen in der Hauptstadt widersetze, werde festgenommen, erklärte das Innenministerium.

Vor der Botschaft und dem Büro für die Erteilung von Visa war es im vergangenen Jahr fast täglich zu Demonstrationen gekommen, oft folgten gewalttätige Zusammenstöße mit Sicherheitskräften. An beiden Orten gelte vorsorglich ein Demonstrationsverbot, erklärte das Innenministerium. Wie lang es in Kraft ist, wurde nicht mitgeteilt.

In Nepal leben Tausende tibetischer Flüchtlinge. China hat Tibet im Jahr 1950 besetzt. Nach dem gescheiterten Aufstand im Jahr 1959 floh der Dalai Lama, das geistliche und weltliche Oberhaupt der Tibeter, nach Indien. Im September 1965 erklärte China das Himalaja-Gebiet zur Autonomen Region Tibet und setzte in der Hauptstadt Lhasa eine Regionalregierung ein.

DPA/AFP DPA

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