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Legendärer Spion: Bekannt durch den Film "Argo": Top-Agent Tony Mendez ist tot

Er galt im Kalten Krieg als Meister der Tarnung – Ben Affleck setzte ihm mit dem Film "Argo" ein Denkmal: 1980 rettete Tony Mendez US-Diplomaten aus dem Iran. Nun ist der Ex-Agent mit 78 Jahren gestorben.

Tony Mendez

Tony Mendez lieferte mit seinen Memoiren die Vorlage für den Agenten-Film "Argo"

AFP

Tony Mendez‘ größter Coups blieb zunächst eine Randnotiz. 1979 war die Stimmung zwischen dem Iran und den USA explosiv. Iranische Studenten hatten die US-Botschaft in Teheran besetzt, um gegen die Aufnahme des gestürzten Schahs Reza Pahlavi in den USA zu demonstrieren. 52 Botschaftsangehörige mussten 444 Tage lang als Geiseln herhalten. Doch sechs US-Diplomaten gelang bei der Stürmung die Flucht und konnten sich in der Botschaft Kanadas verstecken.

Der auf Undercover-Einsätze spezialisierte Mendez dachte sich daraufhin eine Hollywood-Produktion aus - der Titel des fiktiven Science-Fiction-Films: "Argo" - und reiste für angebliche Vorbereitungen der Dreharbeiten in den Iran. Am 27. Januar 1980 reiste Mendez dann mit den sechs US-Diplomaten aus, die sich als Mitarbeiter der Filmcrew ausgaben und falsche kanadische Pässe bekommen hatten.

Tony Mendez diente 25 Jahre lang der CIA

Der CIA-Agent blieb nach dieser Rettungsakation noch zehn Jahre beim Geheimdienst, dem er seit 1965 diente. Sein Metier waren die verdeckten Einsätze. Er sorgte dafür, dass Agenten nicht enttarnt wurden, fälschte Dokumente und fingierte Identitäten. Glaubt man seiner Biographie "The Master of Disguise: My Secret Life in the CIA" soll er gar selbst in der Sowjetunion operiert haben. 1990 zog er sich ins Private zurück und lebte fortan als Buch-Autor, der über seine Undercover-Einsätze schrieb. In seinen Memoiren erwähnte er 1999 auch erstmals öffentlich den Iran-Einsatz, der zuvor nur den beteiligten Personen bekannt war.

Der Schauspieler und Regisseur Ben Affleck adaptierte die Geschichte 2012 für seinen Film "Argo", der im Jahr darauf mit drei Oscars ausgezeichnet wurde, darunter dem Oscar für den besten Film. Dort fiel die Flucht aus dem Iran dramatischer aus, als sie sich in der Realität abgespielt hatte. Zu keiner Zeit sei ein Abfang-Team des iranischen Geheimdienstes Mendez und den Diplomaten auf den Fersen gewesen, erzählte der Ex-Agent in der "New York Times".

Beileid von US-Außenminister Pompeo

Mendez starb nach Angaben seiner Literaturagentin am Samstag im Alter von 78 Jahren in einer Einrichtung für betreutes Wohnen im US-Bundesstaat Maryland. Er war demnach an Parkinson erkrankt.

Affleck schrieb auf Twitter, Mendez sei ein Mann von "außergewöhnlichem Anstand, außergewöhnlicher Bescheidenheit und Freundlichkeit" gewesen. "Ich bin so stolz darauf, mit ihm zusammengearbeitet und eine seiner Geschichten erzählt zu haben."

US-Außenminister Mike Pompeo bekundete sein Beileid. "Er war ein außerordentlich begabter Geheimdienstler", schrieb Pompeo über Mendez.

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sos/afp/dpa