VG-Wort Pixel

TV-Interview zum Nationalfeiertag Hollande haut in Twitter-Affäre auf den Tisch


Machtwort in der Twitter-Affäre: Nach dem öffentlichen Zickenkrieg zwischen seiner Lebensgefährtin und seiner Ex-Frau hat Frankreichs Präsident Hollande seiner Familie einen Maulkorb verpasst.

Frankreichs Präsident François Hollande hat nach eigenen Worten seine Familie angewiesen, bestehende Differenzen nicht mehr in der Öffentlichkeit auszutragen. Er habe seine Lebenspartnerin Valérie Trierweiler und seine Familie gebeten, die Trennung zwischen privatem und öffentlichem Leben "penibel zu respektieren", sagte Hollande am Samstag in einem Fernsehinterview. "Ich glaube, dass private Angelegenheiten privat geklärt werden müssen", fügte der Präsident hinzu. "Das habe ich denjenigen gesagt, die mir nahestehen."

Hintergrund der mit Spannung erwarteten Erklärung sind die öffentlich ausgetragenen Differenzen zwischen Trierweiler, seinem Sohn Thomas sowie Hollandes ehemaliger Lebensgefährtin Ségolène Royal. Die sozialistische Spitzenpolitikerin ist auch die Mutter seiner vier Kinder. Trierweiler (47) hatte vor der Wahl zur Nationalversammlung im Kurznachrichtendienst Twitter den Gegenkandidaten von Royal (58) unterstützt - und Hollande damit den ersten Skandal seiner Amtszeit beschert. Hollande hatte den Franzosen vor seiner Wahl versprochen, seine Privatsphäre und sein öffentliches Amt strikt zu trennen.

Erster gemeinsamer Auftritt seit Wochen

Seit der Twitter-Affäre hatte Trierweiler sich bei öffentlichen Auftritten zurückgehalten. Am Samstag zeigte sich die Journalistin während der traditionellen Militärparade zum Nationalfeiertag auf dem Pariser Prachtboulevard Champs-Elysées erstmals wieder an der Seite des Präsidenten in der Öffentlichkeit.

An der Parade, die unter dem Motto stand "Im Dienst der Nation und des Friedens in der Welt", nahmen insgesamt 4950 Soldaten teil. Sie war besonders den französischen UN-Blauhelmsoldaten und den anderen Truppen im Auslandseinsatz gewidmet.

"Gerechte Anstrengung" der Franzosen

In dem Interview bezeichnete Hollande zwei Monate nach Amtsantritt die Themen Wirtschaft und Arbeit als seine Prioritäten. Die Schaffung von Arbeitsplätzen, die Stärkung der Wettbewerbsfähigkeit sowie der Abbau des Haushaltsdefizits seien wie im Wahlkampf versprochen Schwerpunkte seiner Amtszeit, sagte er.

Hollande nannte zwar keine Einzelheiten, erklärte aber, dass er keinen rigorosen Sparkurs, sondern eine "gerechte Anstrengung" der Franzosen wolle. Insbesondere die Besserverdienenden sollten ihren Beitrag leisten.

mad/DPA DPA

Mehr zum Thema


Wissenscommunity


Newsticker