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Ukraine-Konflikt: Bahr fordert "Respektierung" der Krim-Annexion

Egan Bahr war maßgeblich an der Entspannungspolitik zu DDR-Zeiten beteiligt. Im Fall der Krim-Annexion spricht er sich für einen ähnlichen Weg aus.

Zur Entspannung des Konflikts mit Russland um die Ukraine hat der SPD-Politiker Egon Bahr eine Respektierung der von Moskau annektierten Schwarzmeerinsel Krim ins Gespräch gebracht. "Wir haben die DDR nie völkerrechtlich anerkannt, aber respektiert", sagte der Vordenker der deutschen Ost-Politik in den 1970er Jahren am Dienstagabend in der n-tv-Sendung "Das Duell". Eben dies habe in Moskau Gesprächsbereitschaft geweckt. "Die Krim kann man natürlich genauso behandeln", sagte der 92-Jährige.

Bahr hob hervor, er sei keineswegs für eine völlige völkerrechtliche Anerkennung der Krim. "Aber respektieren geht genauso. Das wäre, wenn man will, ein kleiner Punkt, der schnell erledigt werden kann."

Der CDU-Außenpolitiker Karl-Georg Wellmann berichtete in der gleichen Sendung, dass hinter den Kulissen bereits Gespräche über eine Exit-Strategie aus dem Ukraine-Konflikt geführt werden. Dabei ginge es vor allem darum keine der maßgeblich beteiligten Parteien - Russland, Ukraine und die westlichen Industrienationen - als Verlierer darzustellen. "Sie müssen die Ukraine stabilisieren und ökonomisch stärken, die haben ein Riesenpotenzial," so Wellmann. "Und sie müssen Russland bestimmte Anreize geben."

Unter Bundeskanzler Willy Brandt (SPD) war Bahr einst Beauftragter für die Ostpolitik. Als Chefunterhändler trug er maßgeblich zu politischen Verträgen zwischen der BRD und der DDR bei, etwa dem Transitabkommen.

ono/DPA / DPA