US-Geisel Verwirrung um Schicksal Hassouns


Das Schicksal des im Irak gefangen gehaltenen US-Soldaten Wassef Ali Hassoun ist unklar: Wenige Stunden nach der Behauptung, der 24-Jährige sei enthauptet worden, folgte ein Dementi der Terroristen.

Die irakische Extremistengruppe Ansar al Sunna dementierte auf ihrer Website, den aus Libanon stammenden US-Marineinfanteristen Ali Hassoun getötet zu haben. Die Enthauptung Hassouns war zuvor auf einer anderen arabischen Internetseite gemeldet worden und kam von der Gruppe "Islamische Erwiderung".

Noch am Sonntagmorgen gaben die Geiselnehmer im Internet bekannt, den US-Soldaten ermordet zu haben. Diese Nachricht wurde vom libanesischen Außenministerium zunächst bestätigt, aber wenig später wieder dementiert. "Bislang liegt uns nur die Erklärung der Gruppe vor", sagte Obeid dem Fernsehsender Al Dschasira. "Wenn es sich bestätigen sollte, wäre es gegen jede Religion." Auch der in Libanon lebende Bruder des US-Soldaten hatte zu diesem Zeitpunkt keine offiziellen Informationen über das Schicksal des 24-Jährigen.

Auf der Internetseite islamischer Fundamentalisten gaben sich die Geiselnehmer als Mitglieder einer Organisation namens Ansar-al-Sunna-Armee ("Islamische Erwiderung") aus. Die Gruppe aus Kaim, einer Stadt an der syrischen Grenze, kündigte zugleich an, sie werde einen Videofilm mit der Enthauptung Hassouns zeigen. Unterzeichnet war die Erklärung vom Führer der Gruppe, Abu Abdullah al Hassan bin Mahmud.

In der ersten Mitteilung der islamistischen Gruppe hieß es, Hassun sei getötet worden, da er im Irak ein Verhältnis "mit einer jungen arabischen Frau" gehabt habe. Die extremistische Gruppe gab weiter bekannt, sie habe auch eine Frau als Geisel genommen. Nach diesen Angaben sollen demnächst Aufnahmen der weiblichen Geisel, deren Nationalität nicht genannt wurde, im Internet veröffentlicht werden. Unklar ist auch, ob die Frau tatsächlich als Geisel gehalten wird.

Dem US-Militär zufolge ist der 24-Jährige seit dem 21. Juni nicht mehr bei seiner Einheit aufgetaucht. Die Entführung und Enthauptung bestätigte das US-Militär nicht. Hassoun war vor vier Jahren aus dem Libanon in die USA ausgewandert und hat die US-Staatsbürgerschaft erhalten.

Vor einer Woche hatte der arabische Fernsehsender Al Dschasira einen Film der Geiselnehmer gezeigt, in dem der 24-jährige US-Soldat mit verbundenen Augen vorgeführt wurde. Die Entführer forderten die Freilassung aller irakischen Gefangenen und drohten mit der Ermordung Hassouns. Der Soldat galt nach amerikanischen Angaben seit dem 20. Juni als vermisst. Der Soldat war vor vier Jahren aus dem Libanon in die USA ausgewandert und hat die US-Staatsbürgerschaft erhalten.

Die erste Enthauptung einer Geisel in der Gewalt irakischer Extremisten war die des amerikanischen Geschäftsmanns Nicholas Berg, dessen Leiche am 10. Mai in Bagdad gefunden wurde. Am 22. Juni wurde der Südkoreaner Kim Sun Il enthauptet. In beiden Fällen bekannte sich dazu die Organisation Tauhid und Dschihad, die von dem jordanischen Extremisten Abu Mussab al Sarkawi geleitet werden soll. Außerdem wurde am 18. Juni in Saudi-Arabien der amerikanische Ingenieur Paul Johnson enthauptet.

Die Ansar-al-Sunna-Armee hatte sich im Februar zu einem Bombenanschlag auf zwei kurdische Parteibüros in Erbil bekannt, bei dem 109 Menschen ums Leben kamen. Die Gruppe gab in der Erklärung auf ihrer Website an, dass sie eine weitere Geisel in ihrer Gewalt habe.

Reuters/AP AP Reuters

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