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US-Politikerin Bachmann blamiert sich: Mein Vorbild, der Serienmörder

Dümmer kann ein Wahlkampf nicht beginnen: Die konservative republikanische US-Politikerin Michele Bachmann hat versehentlich einen Serienmörder zu ihrem Vorbild erklärt. Und das am Tag, an dem sie ihre Bewerbung als Präsidentschaftskandidatin bekannt gab.

Sie steckt im Wahlkampf. Ihr Ziel ist es US-Präsident Barack Obama in seinem Amt zu beerben. Der erste Schritt dorthin: die Präsidentschaftskandidatur der Republikaner. Die erzkonservative Republikanerin Michele Bachmann gilt als harte Rivalin von Sarah Palin. Ihre Positionen sind ähnlich radikal wie die der Ikone der Sozialkonservativen: Bachmann ist eine leidenschaftliche Abtreibungsgegnerin, will möglichst viel Macht von der Bundesregierung in Washington auf die Bundesstaaten verlagern und die Gesundheitsreform von Präsident Obama rückgängig machen.

Ihre Chancen auf eine Kandidatur standen bis jetzt nicht schlecht: Sie kann auf Unterstützung der populistischen Tea-Party-Bewegung hoffen, deren Positionen sie weitgehend vertritt. In den vergangenen Wochen ist sie zudem im republikanischen Lager zu einem Star geworden. Bei einem TV-Duell erklärter und potenzieller konservativer Präsidentschaftsbewerber hatte sie überraschend gut abgeschnitten. Auch eine am Sonntag veröffentlichte Umfrage in Iowa unterstrich, dass sie bei der innerparteilichen Kandidatenkür mitmischen könnte: Dabei landete sie mit nur einem Prozentpunkt Unterschied auf Platz zwei hinter dem bisherigen Favoriten Mitt Romney, dem Exgouverneur von Massachusetts.

Nicht die erste unbedachte Äußerung

Zu ihrem Wahlauftakt am Montag leistete sie sich jedoch einen peinlichen Fehltritt. Bei der Veranstaltung in ihrem Geburtsort Waterloo, Iowa, berichtete sie im TV-Sender Fox News stolz, dass auch John Wayne aus dieser Stadt stamme. "Das ist die Art von Geist, die auch in mir steckt", sagte sie und meinte damit den freiheitsliebenden Western-Helden. US-Medien zufolge stammt der Schauspieler Wayne aber aus Winterset in Iowa, einige Stunden Autofahrt von Waterloo entfernt. Dagegen lebte ein anderer John Wayne mehrere Jahre lang in Waterloo, John Wayne Gacy - der in der 70er Jahren mehr als 30 Kinder und junge Männer ermordete und 1994 in Illinois hingerichtet wurde.

Bachmann hatte sich in der Vergangenheit bereits mehrfach mit unbedachten Äußerungen blamiert. Die Vertreterin des erzkonservativen Tea-Party-Flügels der Republikaner sagte etwa im März fälschlicherweise, dass die ersten Schüsse des Amerikanischen Unabhängigkeitskrieges in New Hampshire abgefeuert worden seien - und nicht, wie es jedes Kind im Geschichtsunterricht an US-Schulen beigebracht bekommt, in Massachusetts. Sie ist die erste Bewerberin der Konservativen auf die kommende Präsidentschaftskandidatur.

liri/AFP/DPA / DPA