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"One Billboard in St. Paul": Michele Bachmann hört auf den lieben Gott: Keine Kandidatur für den US-Senat

Werbetfafeln sind in den USA seit dem Kino-Mega-Erfolg "Three Billboards" wieder in Mode. In St. Paul, Minnesota, spricht man derzeit von einem Billboard mit einer religiösen Botschaft gegen eine Trump-nahe Politikerin.

Michele Bachmann wird nicht für Minnesota für den Senat kandidieren

Kein Zeichen von Gott: Ultrakonservative Michele Bachmann wird nicht für den Senat kandidieren. Ein Witzbold gestaltete nach ihrer Entscheidung eine Werbetfafel für sie.

AFP

Gott sagt Nein! Und er tut es in großen Lettern. Auf einer riesigen Werbetafel in St. Paul, der Hauptstadt des US-Bundesstaates Minnesota, sagt Gott: " , No." Die so Angesprochene ist gottesfürchtig, um nicht zu sagen christlich-fundamental. Und sie folgt natürlich dem Rat des Herren, denn der steht selbst für die ultrakonservative Politikerin noch über Präsident Donald Trump. Sie wird deshalb nicht für den Senat kandidieren.

Für Trump beziehungsweise für dessen Partei, die Republikaner, sollte Michele Bachmann bei den außerordentlichen Wahlen im November den Senatssitz des Staates Minnesota holen und diesen damit gleichzeitig den Demokraten entreißen. Das berichtet neben lokalen Medien die politische Zeitung "The Hill". Die Demokraten haben den Sitz zwar noch inne, das aber nur übergangsweise seit der Autor und Komiker Al Franken nach Vorwürfen der sexuellen Belästigung Anfang des Jahres als Senator abdanken musste. Seither hat Frankens Parteifreundin Tina Smith den Sitz inne und will bei der Wahl auch ins Rennen gehen. Michele Bachmann wird dann also nicht ihre Konkurrentin sein.


Michele Bachmann: Keine Antwort von Gott erhalten

Denn die 61-Jährige hat entschieden, nicht zu kandidieren. Gott sei dagegen. "Es ist mir sehr klar geworden, dass ich von Gott keinen Hinweis bekommen habe, das zu tun", erklärte Bachmann in einem Radio-Interview. Laut "The Hill" hatte die Politikerin, deren Ehemann eine psychologische Praxis für "christliche Beratung" betreibt, schon im Januar angekündigt, "Gott zu fragen", ob sie  ins Rennen um den Senatssitz gehen soll. Letztlich habe sie nicht fühlen können, dass der Herr ihre Kandidatur wünsche.

Natürlich war nicht die Billboard-Nachricht ausschlaggebend für Bachmanns Entscheidung. Die erschien erst Tage, nachdem Bachmann ihren Verzicht verkündet hatte, über den Dächern von St. Paul. Einem Witzbold war es das wohl wert - vermutlich inspiriert vom aktuellen Kino-Erfolg "Three Billboards Outside Ebbing, Missouri", der im Rennen um den Oscar für den besten Film des Jahres ist. Darin mietet eine streitbare Mutter drei , um der Polizei Beine zu machen, den Mord an ihrer Tochter endlich aufzuklären - mit weitreichenden Folgen. "One Billboard Inside Of St. Paul" sorgt vor allem für Lacher in der Twin-City, die zusammen mit Minneapolis eine Doppelstadt bildet.

Beinahe-Kandidatin Michele Bachmann ist übrigens alles andere als ein unbeschriebenes Blatt in der US-Politik. Die Republikanerin steht der Tea-Party-Bewegung nahe und machte einst mit ultrakonservativen und christlich-fundamentalistischen Äußerungen nachhaltig auf sich aufmerksam. 2012 ging sie sogar ins Rennen um die Präsidentschaftskandidatur der "Grand Old Party" - vorgeblich ebenfalls auf Geheiß Gottes. Sie gab aber auf, als sie in ihrem Geburtsstaat Iowa bei den Vorwahlen auf dem letzten Platz landete. Nun verhinderte also Gott höchstselbst, dass die ehemalige Repräsentatenhaus-Abgeordnete im Senat ihre politische Karriere fortsetzt. Man könnte glauben, die Gebete anderer seien erhört worden.

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dho