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US-Präsidentschaftswahl 2012: Palin verzichtet auf Kandidatur

Die republikanische US-Politikerin Sarah Palin hat ihren Verzicht auf eine Präsidentschaftskandidatur erklärt. Der einstige Hoffnungsträger der Tea-Party-Bewegung nannte familiäre Gründe für ihre Entscheidung. Zuletzt waren ihre Umfragewerte stark gesunken.

Die erzkonservative US-Politikerin Sarah Palin hat sich aus dem Rennen um die Präsidentschaftswahl im kommenden Jahr zurückgezogen. Dies habe sie "nach vielen Gebeten und ernsthafter Überlegung" entschieden, heißt es in einem am Mittwoch (Ortszeit) von US-Medien veröffentlichten Brief Palins an ihre Anhänger. Damit reduziert sich der Kreis der ernsthaften Anwärter auf eine Nominierung durch die Republikaner auf acht.

Die frühere Gouverneurin des Bundesstaates Alaska war 2008 republikanische Vize-Präsidentschaftskandidatin im Team des Republikaners John McCain. Sie hatte es bislang offen gelassen, ob sie sich um die Kandidatur der Republikaner bei der Präsidentschaftswahl 2012 bewirbt.

Favoriten für die Kandidatur sind der ehemalige Gouverneur von Massachusetts, Mitt Romney, und der Gouverneur von Texas, Rick Perry. Perry nannte Palin nach der Bekanntgabe ihres Rückzugs eine "gute Freundin" und "wahre Patriotin". Auch in Zukunft werde Palins Stimme ein starkes Gewicht bei der Verteidigung "konservativer Werte" und dem "erforderlichen Wechsel in Washington" haben, fügte Perry hinzu.

Unter den acht namhaften Bewerbern für eine Nominierung durch die Republikaner ist nun nur noch eine Frau, die ultrakonservative Michele Bachmann. Zu den Favoriten Romney und Perry gesellte sich Umfragen zufolge zuletzt der frühere Pizzakönig Herman Cain. Einen Tag vor Palin hatte sich der Gouverneur von New Jersey, Chris Christie, aus dem Rennen um die republikanische Nominierung zurückgezogen.

Palin kündigte an, sie wolle in den kommenden Wochen bei der "Koordinierung der Strategien" zur Ablösung von US-Präsident Barack Obama, zur Rückgewinnung der Mehrheit im Senat und zur Verteidigung der Mehrheit im Abgeordnetenhaus beitragen. Die 47-Jährige war im Präsidentschaftswahlkampf 2008 durch ihre schroffe Ablehnung der Abtreibung und harte Attacken auf Obama aufgefallen, dem sie "Anbändeln mit Terroristen" vorwarf. Von ihren Gegnern wurde sie daraufhin als "Pitbull mit rotem Lippenstift" bezeichnet.

Im Juli 2009 legte Palin das Amt der Gouverneurin von Alaska nieder, gelobte aber, den Kampf "für das Richtige und Wahre" fortzusetzen. Seither wurde angenommen, sie wolle bei den Republikanern zur Herausforderin Obamas aufsteigen. Palin gehört zur mächtigen Waffenlobby National Rifle Association und geht auch selbst auf Rentier-Jagd. Sie hat mit ihrem Mann Todd Palin fünf Kinder. Ihr Ansehen in der Öffentlichkeit litt, als McCains Wahlkampfmanager ihr im Nachhinein bescheinigte, sie sei launisch und Ratschlägen nicht zugänglich gewesen.

jwi/DPA/Reuters / DPA / Reuters