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US-Wahl: Aufregung, Angst und Agitation

Der Staat, der Präsidenten macht, heißt diesmal nicht Florida, sondern Ohio. Das Prozedere erinnert an die Wahl von 2000 und heißt Nachzählung. Vermutlich erst in elf Tagen steht das Ergebnis und damit der nächste Präsident der USA fest.

Von Katja Gloger, Washington

Ein Sieg immerhin ist unumstritten nach dieser endlos langen Nacht an diesem 2. November 2004 in diesem geteilten Land: Es war der Sieg des Wählers. Ob unter strahlender Sonne wie in Florida oder im Dauerregen von Pennsylvania, überall wollten die Menschen wählen. Zum Teil mussten sie stundenlang warten. Standen an, diszipliniert, geduldig, meistens freundlich, überzeugt. Und wenn der längste, teuerste und wohl auch einer der aggressivsten Wahlkämpfe in der amerikanischen Geschichte auch nur dieses eine positive Ergebnis hätte, dann hätte sich diese Wahl schon gelohnt: Wahlen sind der Sauerstoff einer Demokratie. Stimmen können verändern. Die Bürger der USA hatten verstanden - bei diesen Wahlen stand die Zukunft ihres Landes auf dem Spiel, was sich auch in der Wahlbeteiligung niederschlug. Mit gut 60 Prozent lag sie für US-Verhältnisse außergewöhnlich hoch. Doch das Land bleibt geteilt. Es bleibt bei zwei Amerikas.

2548 Meilen durch sechs Bundesstaaten

Es war der längste und der teuerste Wahlkampf in der Geschichte der USA. Die Kandidaten waren unermüdlich. George W. Bush hastete noch am letzten Wahlkampftag 2548 Meilen durch sechs Bundesstaaten, absolvierte sieben Veranstaltungen und erörterte mit seinem Wahlkampf-Chefstrategen Karl Rove leidenschaftlich die winzigsten Details von Meinungsumfrage-Techniken. John Kerry gab noch am Nachmittag des Wahltages 38 Interviews für lokale Fernsehstationen in den entscheidenden "Swing-Staaten". Beide unermüdlich, leidenschaftlich, aufgekratzt.

Die Amerikaner erwiesen sich als disziplinierte Demokraten – und doch, es bleibt ein bitterer Nachgeschmack. Denn in Wahrheit wurde kein Wahlkampf, sondern ein High-Tech-Wahlkrieg geführt. "Get out the vote" "knock and drag" – schafft den Wähler an die Urnen, beziehungsweise die Computer - lautete das Ziel für beide Parteien. Und dabei schien fast jedes Mittel recht. Denn früh war klar: auch in diesem Jahr würde es um zwei, drei Bundesstaaten gehen. Die Ergebnisse in diesen "Schlachtfeld-Staaten" wie Ohio, Florida oder Iowa würden wahlentscheidend sein. 600 Millionen Dollar gaben die beiden Parteien allein für TV-Werbung aus.

15.000 Wahlwerbesport und "Bluthunde der Demokratie"

Fernsehzuschauer wurden mit bis zu 15.000 Wahlwerbespots traktiert, Millionen freiwilliger Wahlhelfer dienten vor Ort als "Bluthunde der Demokratie", so die New York Times. Mit genauen Instruktionen aus den Wahlkampf-Hauptquartieren und Datensammlungen ausgerüstet, mit Telefonlisten und präzisen Informationen über das Wahlverhalten ihrer Opfer fielen sie regelrecht über die Wähler her.

23,5 Millionen Telefonanrufe machten die Demokraten nach eigenen Angaben, 18 Millionen Wähler wollen die Republikaner erreicht haben. Versprachen Pizza, Schwimmbadkarten, gar Unterwäsche, wenn man nur seine Stimme abgebe. Und das bis zur letzten Sekunde. So löste sich gestern eine demokratische "support party" in Washington schon am frühen Nachmittag auf. Denn die potenziellen Wähler in den "Swing-Staaten", die man noch telefonisch überzeugen wollte, waren völlig entnervt - sie hatten schon bis zu zwanzig Anrufe erhalten. Und doch - es war Kerry offenbar nicht gelungen, genügend junge Wähler an die Urnen zu bringen.

Dabei sah es am späten Nachmittag des 2. November zunächst gar nicht gut aus für Präsident Bush. Er hatte sich von seiner Ranch in Texas auf den Weg nach Washington gemacht. Kaum war die Präsidentenmaschine "Air Force One" gelandet, ließ sich sein Wahlkampf-Stratege Karl Rove die jüngsten Meinungsumfragen telefonisch durchgeben, die so genannten "exit polls". Umfragen bei Wählern nach deren Urnengang, prognostizierten einen Sieg der Demokraten. Bush schaute seinem Vertrauten über die Schulter und sagte: "Da bin ich überrascht." Doch kurz nach Mitternacht war klar: Bush siegt in Florida, mit einem sicheren Vorsprung von fünf Prozent.

167.000 Stimmen Vorsprung hatte Bush vor vier Jahren in Ohio

Offen blieb der entscheidende Swing-Staat Ohio. Dort hatte Bush vor vier Jahren mit 167.000 Stimmen gewonnen. Doch vor allem in Ohio war der Wirtschaftsabschwung besonders deutlich zu spüren, gingen Zehntausende Arbeitsplätze verloren. Gegen Mitternacht Washingtoner Zeit machte Karl Rove Meldung bei seinem Präsidenten. Er sei sicher, Bush werde Ohio gewinnen. Allein die bis zu 250.000 so genannten vorläufigen Stimmen würden noch geprüft und gezählt werden müssen. Und damit würde erst elf Tage nach der Wahl begonnen werden. Gegen ein Uhr morgens ließ Bush die Fotografen zu sich ins Weiße Haus kommen. Da war er sich offenbar seines Sieges schon sicher – vielleicht zu sicher.

Ginge es nach dem Willen der Wähler, dann wäre Bush der Sieger. Denn schon Dienstagabend hatte er drei Millionen mehr Wählerstimmen als Kerry errungen. Und doch: George W. Bush hatte nicht die Mehrheit der Wahlmänner. Wie war es vor vier Jahren? Damals hatte der Demokrat Al Gore eine halbe Million mehr Stimmen als George Bush erhalten – und doch die Wahl verloren. Wird sich dieses Mal das antiquierte Wahlrecht gegen die Republikaner wenden?

120.000 Pro-Kerry-Stimmen sollen noch geholt werden

Gegen drei Uhr morgens gaben die Demokraten das Signal: Sie sind bereit zum Kampf. Vizepräsidentschafts-Kandidat John Edwards gab ein knappes Statement: "Wir haben vier Jahre gewartet. Wir können auch noch eine weitere Nacht warten." Das Ziel lautet nun: 120.000 Stimmen für Kerry in Ohio sichern. Sie sollen vor allem aus den "vorläufigen Stimmen" kommen, jenen Wählern, die zwar wählen durften, doch noch auf die Rechtmäßigkeit ihrer Wahl, etwa auf die richtige Adresse, überprüft werden müssen. Die Rechtsanwälte stehen bereit. Und sie stehen auch bereit in den "Kleinen Drei", in den Staaten des Mittleren Westens, dort, wo die Ergebnisse ebenfalls knapp sind. Es sind Tausende Anwälte, sie arbeiten für die Demokraten und sie arbeiten für die Republikaner. Und auf einmal kann diese Wahl noch ziemlich hässlich werden.

kann man sich gegen eine maßnahme vom jobcenter wehren?
hallo. ich bin quasi arbeitsunfähig seit meinem 18ten lebensjahr. ich wiege 200 kg und habe eine betreuung weil ich sonst gar nichts schaffen würde. sie bringt mich zu terminen und begleitet mich zu arzt besuchen. das einzige was ich noch alleine kann ist einkaufen und das auch nur weil es nunmal lebensnotwendig ist ,jedoch bin ich danach total erschöpft und fertig.ich kann keine 200 meter mehr laufen.und mal ganz abgesehen von meiner körperlich verfassung leide ich seit meiner kindheit an starken depressionen,borderline,panikattacken,einer traumatischen belastungsstörung und angstzuständen. ich bin demnach körperlich sowie auch psychisch ziemlich fertig. gestern war ich beim amtsarzt zur begutachtung sowie auch einmal vor 2 jahren. und die ärztin sagt mir ernsthaft,das es zumindest köperlich nicht ausreichen würde das ich weiterhin krank geschrieben werden kann und sagte,das eine maßnahme sicherlich gut sein kann.und das obwohl ich bereits sagte,das ich körperlich unfähig bin irgendwas alleine zu schaffen und ,meine betreuerin mich überallhin begleiten muss.(ich habe kein auto)ich bin vollkommen entsesetzt und habe nun angst das sie mich in eine maßnahme stecvken welche ich einfach nicht schaffe und sie mir dann das minum an geld nehmen welches ich bekomme und ich dann verhungernd und auf der starße leben muss,eben weil es ein ding der unmöglichkeit für mich darstellt.kann man sich da irgendwie wehren?sie sagt sie findet ich sei zu jung um berentet zu werden (28).ich habe gerade wirklich angst.kann man einen menschen zwingen etwas für ihn unmögliches zu tun?ich hab das gefühl die wollen irgendeine quote erfüllen und solange man die arme bewegen kann,ist man arbeitsfähig...hilfe :(