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Vor Klimagipfel in Kopenhagen: Reinhold Messner nennt Al Gore einen Heuchler

Kurz vor dem Weltklimagipfel in Kopenhagen fängt sich Ex-Vizepräsident Al Gore eine Breitseite von Extrembergsteiger Reinhold Messner ein. "Er zieht heute um die Welt und klopft Sprüche. Aber was hat er getan, als er an der Macht war? Nichts", sagte Messner dem Magazin "Focus Money".

Extrembergsteiger Reinhold Messner hat dem früheren US-Vizepräsidenten Al Gore beim Thema Klimaschutz Heuchelei vorgeworfen. "Er zieht heute um die Welt und klopft Sprüche. Aber was hat er getan, als er an der Macht war? Nichts", sagte Messner dem Magazin "Focus Money". Als Mitglied der Clinton-Regierung habe Gore 1997 nicht einmal das Kyoto-Protokoll unterschrieben. "Sein Lippenbekenntnis heute ist heuchlerisch" warf er Gore vor. Dieser hatte 2007 für sein Engagement für den Klimaschutz den Friedensnobelpreis bekommen.

Vom bevorstehenden Klimagipfel in Kopenhagen erwarte Messner nach eigenen Worten nichts. Für die Umweltverschmutzung und den Klimawandel seien alle Menschen gemeinsam verantwortlich: "Man kann dieses Problem also nicht ohne eine Art Weltregierung lösen", sagte der Bergsteiger. "Europa und die EU haben ökologisch eindeutig eine Vorreiterrolle. Aber wenn wir nicht endlich mit einer Stimme sprechen, haben wir keine Kraft nach außen." Die großen CO2-Produzenten Amerika, Indien und China zögen leider nicht an einem Strang: "Das ist ein unerträglicher Zustand."

Der 65 Jahre alte Extrembergsteiger bezwang als erster Mensch und ohne Sauerstoff-Gerät alle 14 Achttausender der Erde. Seit der der Jahrtausenwende engagiert sich Messner sozial. Er gründete die Messner Mountain Foundation, die sich um geschädigte Bergregionen weltweit kümmert.

AP / AP