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Waffeninspektionen: Geheime Dokumente zu Iraks Atomprogramm entdeckt

Mit einem brisanten Fund über sein Atomprogramm ist Irak in massive Erklärungsnot geraten: Die UN-Waffenkontrolleure fanden im Haus eines irakischen Wissenschaftlers umfangreiche Geheimdokumente, die offenbar Hinweise zur Herstellung von Atomwaffen enthalten.

Ein irakischer Atomwissenschaftler hat am Samstagabend in Bagdad Anschuldigungen der Waffeninspekteure zurückgewiesen, er habe in seinem Haus Unterlagen über ein irakisches Atomprogramm verborgen. Bei den von einer amerikanischen UN- Inspekteurin entdeckten Dokumenten handele es sich um seine «persönlichen» Papiere, sagte Hassan Hamsah auf einer Pressekonferenz in Bagdad.

Der Leiter der Internationalen Atomenergiebehörde (IAEO), Mohammed el Baradei, brachte die Unterlagen inhaltlich mit der Anreicherung von Uran in Verbindung. Dieses Wissen könne auch für die Entwicklung einer Atombombe genutzt werden, sagte El Baradei bei einem Zwischenstopp auf Zypern. Das 3000 Seiten umfassende Material gebe Aufschluss über die Anreicherung von Uran und sei nicht deklariert gewesen.

Mangelnde Zusammenarbeit vorgeworfen

Zuvor hatten Baradei und UN-Chefinspektor Hans Blix Irak am Tag vor ihrer Reise nach Bagdad mangelnde Zusammenarbeit mit den Inspektoren vorgeworfen.

Er glaube nicht, dass die Iraker den Entwicklungsstand für den Bau einer Atombombe bereits erreicht hätten, sagte Baradei. Er fügte hinzu, derartige Dokumente hätten den UN-Waffeninspekteuren ausgehändigt werden müssen. Sie sollten nicht im Hause eines irakischen Wissenschaftlers aufbewahrt werden. Das dies geschehen war, bezeichnete er als sehr bedenklich.

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