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Wahl in Simbabwe: Mugabe ist siegessicher

Unter scharfen Sicherheitsvorkehrungen haben die Simbabwer in dem afrikanischen Krisenstaat einen neuen Präsidenten und ein neues Parlament gewählt. Der 84-jährige Präsident Robert Mugabe will sich noch einmal im Amt bestätigen lassen. Westliche Wahlbeobachter wurden nicht zugelassen.

Die angesichts einer schweren Wirtschaftskrise mit Spannung erwarteten Wahlen wurden von einem Anschlag auf das Haus einer Kandidatin der regierenden ZANU(PF)-Partei von Präsident Robert Mugabe überschattet. In einem Vorort der Stadt Bulawayo explodierte laut südafrikanischem Rundfunk ein Sprengsatz. Verletzt worden sei niemand.

Ansonsten verlief die Wahl nach ersten Berichten bis zum Nachmittag weitgehend störungsfrei. Die Sicherheitskräfte des Landes waren aus Furcht vor Gewaltausbrüchen in höchste Alarmbereitschaft versetzt worden. Vor einigen Wahlbüros bildeten sich bereits kurz nach Mitternacht lange Warteschlangen. Oppositionschef Morgan Tsvangirai von der Bewegung für Demokratischen Wandel (MDC) beklagte bei der Stimmabgabe den schleppenden Wahlprozess. Er erneuerte seine Kritik, die Wahl könne kaum fair sein. Amtsinhaber Mugabe zeigte sich bei der Stimmabgabe zuversichtlich, dass er die Wahl gewinnen würde.

Simbabwe befindet sich in schwerer Krise

Simbabwe befindet sich nach einer kostspieligen Verstrickung in den Kongo-Krieg, einer chaotischen Landreform mit der Vertreibung und Enteignung tausender weißer Farmer sowie langer Dürre wirtschaftlich im freien Fall. Insgesamt waren 5,9 Millionen Berichtigte zu der Wahl aufgerufen. Der Urnengang galt als bisher größter Test für den seit 28 Jahren regierenden Mugabe (84), der sich trotz der schlimmsten Krise in der Geschichte des Landes im Amt bestätigen lassen wollte.

Nach einer am Freitag von der staatlich kontrollierten Zeitung "The Herald" veröffentlichten Umfrage unter 10 322 Simbabwern konnte Mugabe mit 56 Prozent der Stimmen rechnen. Auf Oppositionschef Tsvangirai sollten danach knapp 27 Prozent, auf Mugabes früheren Finanzminister Simba Makoni knapp 14 Prozent der Stimmen entfallen.

Neben einem neuen Präsidenten bestimmten die Simbabwer auch die 210 Mitglieder des Parlaments und des 60 Sitze umfassenden Senats sowie knapp 2000 Kommunalpolitiker. Erste Ergebnisse wurden nicht vor Montagabend erwartet. Westliche Beobachter waren ebenso wie viele westliche Journalisten nicht ins Land gelassen worden. Dagegen durften befreundete Staaten wie Südafrika oder die regionale Staatengemeinschaft SADC Beobachter entsenden.

DPA / DPA