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Wahlen in Frankreich Umfragen sehen Sarkozy weit hinter Hollande


In Frankreich hat der sozialistische Herausforderer von Präsident Nicolas Sarkozy laut Umfragen die Nase vorne. Francois Hollande schwört nun seine Parteigenossen zum Kampf gegen das konservative Lager ein.

Nach seinem Vorwahlsieg hat der französische Sozialist Francois Hollande auch in den Umfragen die Nase vorn. In der zweiten Runde der Präsidentschaftswahlen würde Hollande mit 62 Prozent der Stimmen vor Sarkozy mit 38 Prozent liegen, ergab eine am Mittwoch in Paris veröffentlichte Umfrage des Instituts CSA. In der ersten Runde läge Hollande demnach mit 35 Prozent an der Spitze, gefolgt von Sarkozy mit 25 Prozent, der rechtsextremen Kandidatin Marine Le Pen mit 16 Prozent und dem Zentrumspolitiker François Bayrou mit neun Prozent. Zwei Tage zuvor hatten sich in einer Blitzumfrage des Instituts Harris Interactive 60 Prozent der Befragten davon überzeugt gezeigt, dass Hollande bei der Präsidentenwahl im kommenden Frühjahr Amtsinhaber Nicolas Sarkozy schlagen wird.

Der frühere Sozialistenchef rief seine Partei nach dem Erfolg bei der Vorwahl zur Geschlossenheit und zu einer kämpferischen Auseinandersetzung mit dem konservativen Lager auf. Es stehe ein schwerer Kampf bevor, und er sei sich der Größe der bevorstehenden Aufgabe bewusst. Die Franzosen hätten Sarkozys Politik satt, sagte Hollande.

Hollande gewann die Stichwahl seiner Partei zur Kandidatenkür am Sonntag klar gegen die frühere Arbeitsministerin Martine Aubry. Sie sagte ihm ihre Unterstützung zu. Sollte der im Ausland wenig bekannte 57-Jährige Amtsinhaber Sarkozy schlagen, wäre das der erste Sieg eines Sozialisten bei einer Präsidentenwahl seit der Wiederwahl von François Mitterrand 1988, der von 1981 bis 1995 im Amt war. Sarkozy hat offiziell noch nicht erklärt, ob er sich der Wiederwahl im April und Mai stellt. Seine Kandidatur ist aber wahrscheinlich.

Viele Franzosen haben genug von Sarkozy

Eigentlich galt der frühere Chef des Internationalen Währungsfonds (IWF), Dominique Strauss-Kahn, als Favorit der Sozialisten für die Nachfolge Sarkozys. Strauss-Kahn schied aber aus, nachdem eine New Yorker Hotelangestellte ihm versuchte Vergewaltigung vorgeworfen hatte. Die Anklage gegen Strauss-Kahn wurde fallengelassen.

Der große Zuspruch für die Sozialisten nach dem Ausscheiden Strauss-Kahns deutet Meinungsforschern zufolge darauf hin, dass viele Franzosen der Politik Sarkozys überdrüssig sind. Hollande, der mit dem Motorroller zur Arbeit fährt, gibt sich gern als Normalbürger, der mit der Glamour-Politik Sarkozys brechen will. Parteiangaben zufolge beteiligten sich rund drei Millionen Wähler an der Abstimmung. Teilnehmen konnten alle Franzosen, die sich zu den Zielen der politischen Linken bekennen und einen Unkostenbeitrag von einem Euro entrichteten.

Brian Love, Reuters (mit AFP)

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