Weißrussland Polizei knüppelt Demonstranten nieder

In Minsk haben erneut hunderte von Menschen gegen Präsident Alexander Lukaschenko demonstriert. Beim Einsatz der Polizei wurde der Oppositionspolitiker Anatoli Lebedko schwer verletzt.

Nach der Wahl in Weißrussland haben am Dienstag in Minsk hunderte Menschen den zweiten Tag in Folge gegen Präsident Alexander Lukaschenko demonstriert. Die Polizei ging gewaltsam gegen die Studenten vor, die Sprechchöre wie "Lukaschenko hat verloren" skandierten. Nach Angaben von Innenminister Wladimir Naumow wurden 46 Demonstranten festgenommen. Oppositionskreise sprachen nach einer Meldung der russischen Nachrichtenagentur Itar-Tass von mehr als 50 Festnahmen. Unter den Festgenommenen seien der Vorsitzende der Weißrussischen Sozialdemokratischen Partei, Nikolai Statkewitsch, und der Chef der Vereinigten Bürgerpartei, Anatoli Lebedko. Lebedko sei bei dem Polizeieinsatz schwer verletzt worden. Über die Zahl der Demonstranten lagen keine Angaben vor.

Nach amtlichen Angaben billigten bei der Wahl am Sonntag mehr als 77 Prozent der Wähler eine Verfassungsänderung, die Präsident Lukaschenko eine dritte Amtszeit ermöglicht. Eine Wählernachfrage des Gallup-Instituts ergab allerdings nur eine Zustimmungsquote von 48,4 Prozent. Internationale Wahlbeobachter erklärten am Montag, bei der Abstimmung seien demokratische Standards bei weitem nicht erfüllt worden. Zudem war bei der gleichzeitig stattfindenden Parlamentswahl kein einziger Oppositionskandidat erfolgreich.

Bereits am Montagabend hatten sich rund 2.000 Demonstranten vor dem Präsidentenpalast in Minsk versammelt. In Sprechchören riefen sie "Weißrussland lebt" und verurteilten die Regierung Lukaschenkos als faschistisch. Polizisten in Kampfausrüstung vertrieben die Menge.

AP/DPA AP DPA

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