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Weltklimakonferenz: USA sagen Mitarbeit zu

Die USA haben zugesagt, am geplanten Klimaschutzabkommen mitzuarbeiten. Zum Auftakt der Klimakonferenz auf Bali hat auch ein anderer Umweltschutzmuffel den Schalter auf Grün gelegt.

Die Weltklimakonferenz in Nusa Dua auf Bali verzeichnet einen optimistischen Auftakt: Australien ist kurz vor der Konferenzeröffnung dem Klimaschutzprotokoll beigetreten. Anschließend erklärten sich die USA vor den 190 teilnehmenden Nationen zur Mitarbeit an einem Nachfolgeabkommen bereit.

Die 10.000 Abgesandten werden zwei Wochen lang über ein neues Klimaschutzabkommen verhandeln, das dem 2012 auslaufenden Kyoto-Protokoll nachfolgen soll. Die EU-Kommission hofft schon auf Bali konkrete Reduktionsziele zu erreichen.

USA kündigen Mitarbeit an

Die USA haben gleich zu Beginn der UN-Klimakonferenz in Bali ihre Mitarbeit an einem neuen Klima-Vertrag zugesagt. "Wir sind nicht gekommen, um zu blockieren", sagte der Chef der US-Delegation, Harlan Watson, vor mehr als 10.000 Delegierten aus rund 190 Staaten. "Die USA haben die Absicht, flexibel und konstruktiv an einem Bali-Fahrplan mitzuarbeiten."

Die USA seien bereit, eine langfristige Vereinbarung als Nachfolge-Abkommen zu Kyoto zu diskutieren, sagte Watson. Dabei seien die USA auch offen für eine Debatte über die Frage, ob Ziele verpflichtend sein oder auf freiwilliger Basis vereinbart werden sollten. Bislang lehnt die Regierung von US-Präsident George W. Bush verpflichtende Ziele ab und hat das Kyoto-Abkommen bis heute nicht ratifiziert.

Australien vollzieht Kehrtwende

Damit sind die USA die letzte Industrienation, die sich nicht den Zielen zur Senkung der Treibhausgase verpflichtet hat. Kurz vor dem Auftakt der UN-Klimakonferenz unterschrieb der neue australische Premierminister Kevin Rudd unmittelbar nach seiner Vereidigung das Kyoto- Klimaschutzprotokoll. "Es ist die erste Amtshandlung und unterstreicht die Entschlossenheit meiner Regierung, den Klimawandel anzupacken", sagte Rudd, dessen Laborpartei am 24. November die Wahlen gewonnen hatte.

Die Ratifizierung des Abkommens solle nun möglichst schnell auf den Weg gebracht werden, "idealerweise noch diese Woche oder so", sagte Rudd. Sein konservativer Amtsvorgänger John Howard hatte das Protokoll, ebenso wie sein us-amerikanischer Amtskollege George W. Bush, stets abgelehnt.

Weltklimakonferenz in Bali begonnen

Mit einer eindringlichen Warnung vor den Folgen des Nichtstuns begann unterdessen die Weltklimakonferenz auf Bali. Diese Konferenz wird mitbestimmen, ob Bali wie andere gefährdete Orte dieser Welt eines Tages ein verlorenes Paradies wird oder nicht", warnte der Chef des UN-Klimasekretariats, Yvo de Boer, bei der Eröffnung. Die 10.000 Delegierten werden über das genaue Mandat und einen Zeitplan für das Nachfolgeprotokoll des Kyoto-Abkommens verhandeln, wobei sich vor allem die EU-Staaten besonders ambitioniert zeigen. Allerdings provozieren die hohen Reduktionsziele der EU-Kommission Skepsis auf Seiten der Entwicklungsländer. Die wirtschaftsschwachen Staaten befürchten Nachteile im internationalen Wettbewerb. "

Von wissenschaftlicher Seite aus seien die verheerenden Folgen des Klimawandels drastisch aufgezeigt worden, sagte der indonesische Umweltminister und Konferenzpräsident Rachmet Witoelar. Jetzt müsse gehandelt werden. "Wir müssen den politischen Willen aufbringen", mahnte er seine Kollegen.

EU will konkretes Reduktionsziel

Die Europäische Kommission gab das ehrgeizige Ziel aus, schon auf Bali ein konkretes Reduktionsziel für die klimaschädigenden Treibhausgase festzusetzen. Denkbar sei das Ziel, die Emissionen bis 2050 um 50 Prozent zu senken, sagte der Leiter des Klimawandel-Referats in der Kommission, Arthur Runge-Metzger, in Nusa Dua. "Es wäre sinnvoll, dem Verhandlungsprozess eine Richtung zu geben, aber wir müssen sehen, wie weit wir kommen."

Manche Entwicklungsländer fürchteten allerdings, dass dies ihr Wachstum beeinträchtigen könne. "Es ist klar, dass die Entwicklungsländer ein Recht auf Wachstum haben", sagte Runge-Metzger. Die damit verbundene Wachstumskurve bei den Emissionen müsse aber möglichst niedrig gehalten werden.

sh/DPA/Reuters / DPA / Reuters