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Wieder Tote in Syrien: Revolutionäre erneut unter Beschuss

Syrische Regierungstruppen nehmen das Grenzgebiet zum Libanon unter Feuer. Nach Angaben der Opposition gab es erneut Tote. Der frühere syrische Vizepräsident Abdul Halim Chaddam, der in Paris im Exil lebt, fordert nun ein internationales militärisches Eingreifen.

Bei einem großangelegten Einsatz gegen Regimegegner sollen syrische Truppen in Dörfern nahe der Grenze zum Libanon und in der Provinzhauptstadt Homs neun Menschen getötet haben. Aus den Ortschaften seien Schüsse und Detonationen zu hören, sagte ein Aktivist der syrischen Opposition der Nachrichtenagentur dpa in Beirut am Montag weiter. In Homs seien zahlreiche Menschen festgenommen worden.

Unterdessen fordert der frühere syrische Vizepräsident Abdul Halim Chaddam, der in Paris im Exil lebt, ein internationales militärisches Eingreifen in Syrien, wie der arabische Sender Al-Dschasira berichtete. In Syrien müsse es eine Militärintervention geben wie in Libyen, forderte er demnach in einem Brief an die "syrischen Revolutionäre".

"Schüsse können über die Grenze hinweg gehört werden", sagte ein Aktivist der syrischen Opposition am Montag auf libanesischer Seite der Grenze. Razzien gebe es auch in Dschisr al-Schughur in der Provinz Idlib und in der Protesthochburg Hama. Dort seien Regierungskräfte auf der Suche nach Adnan al-Bakkur, dem Generalstaatsanwalt der Provinz Hama.

Al-Bakkur soll aus Protest gegen Gräueltaten der Sicherheitskräfte seinen Rücktritt erklärt haben. Regimegegner hatten dazu eine Videoaufnahme des Mannes veröffentlicht. Al-Bakkur sagte, am 31. Juli seien im Zentralgefängnis von Hama 72 Aktivisten exekutiert worden. Dutzende Menschen seien bei Militäroperationen in der Stadt getötet oder zu Tode gefoltert worden. Die staatliche Nachrichtenagentur Sana hatte dagegen berichtet, al-Bakkur sei von Terroristen entführt und zu seinem Aussagen gezwungen worden.

Dagegen meldete der arabische Sender Al-Arabija am Montag, al-Bakkur sei inzwischen aus Syrien geflüchtet und nun in Zypern angekommen. Syrische Regimegegner im Libanon bestätigten der Nachrichtenagentur dpa, al-Bakkur sei in Sicherheit, wolle seinen Aufenthaltsort aber nicht bekanntmachen.

tmm/DPA / DPA