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10 Porträts der neuen Rechten: AfD im Bundestag: Ein deutsches Sittengemälde

92 Abgeordnete sitzen für die AfD im Bundestag. Die Fraktion der Rechtspopulisten wird dort das Klima verändern, aber auch mit sich selbst zu kämpfen haben. Wer sind die Frauen und Männer, die von fast sechs Millionen Deutschen ins Parlament gewählt wurden? Der stern stellt zehn von ihnen vor.

Das Büfett vor dem Versammlungsraum ist noch nicht eröffnet, Cellophanfolie liegt über dem Kirschkuchen. Zwei Abgeordnete fischen sich einfach ein Stück hervor. "Ich bin noch nicht fertig", sagt die Servicekraft des Bundestags, die gerade eine Kiste Apfelschorle vom Wagen wuchtet. Da greift einer der Abgeordneten auch noch zur Kaffeekanne. "Haben Sie keinen Respekt vor unserer Arbeit?", fragt die Frau.

"Die lernen noch", sagt ihr Kollege.

Die Frage ist, was sie lernen, die 92 Abgeordneten der rechtspopulistischen "Alternative für Deutschland", die gerade in den Deutschen Bundestag eingezogen sind. Ob sie überhaupt lernen wollen, wozu ein Parlament da ist und wie es arbeitet. Oder ob sie den Bundestag nur als Bühne für ihre Propaganda, ihre Theorien und die Wut ihrer knapp sechs Millionen Wähler benutzen wollen.

Nur 10 dieser 92 Abgeordneten sind Frauen

10 dieser 92 Abgeordneten – ursprünglich waren es 94, aber unter anderem Frauke Petry hat die Fraktion bereits verlassen, ist sogar aus der AfD ausgetreten – stellt der stern näher vor. 10 von 92 Parlamentariern, die jetzt Deutschland vertreten. Die einen Einblick in die Vielfalt der AfD-Fraktion ermöglichen, der ersten stramm rechten Partei im Bundestag seit Anfang der 60er Jahre. Bis dahin saß die "Deutsche Partei" im nationalen Parlament.

Nur 10 dieser 92 Abgeordneten sind Frauen. Unter den Parlamentariern finden sich kaum Migranten und viele Juristen. Ein Ex-Pilot ist dabei, ein Bestatter, drei Lehrer, zwei Ärzte, zwei Studenten ohne Abschluss, die bisher nur für ihre Partei gearbeitet haben. Knapp die Hälfte war schon mal Mitglied anderer Parteien, die meisten bei CDU, CSU und FDP, einige auch bei SPD und Grünen.

39 von 91 AfD-Abgeordneten waren zuvor in anderen Parteien aktiv – zum Teil in mehreren hintereinander

39 von 91 AfD-Abgeordneten waren zuvor in anderen Parteien aktiv – zum Teil in mehreren hintereinander

Die Abgeordneten verbindet ein Ziel: Sie wollen ein anderes Deutschland. Sie eint die Überzeugung, dass es früher besser war. Sie wollen, so klingt das in ihrer Sprache, dem Volk das Land zurückholen, auch wenn sie nur einen Teil des Volks repräsentieren. Was das für die Arbeit einer Fraktion im Bundestag praktisch bedeutet, "das Land" zurückholen zu wollen – das müssen sie jetzt mal unter Beweis stellen. Wollen sie die "Altparteien", wie die AfD ihre Konkurrenz nennt, nur "jagen" (Alexander Gauland) und provozieren? Oder wollen sie selbst auch Vorschläge unterbreiten, solche, die juristisch und finanziell durchführbar sind? Gesetzentwürfe verfassen? In Ausschüssen kleinteilige Oppositionsarbeit leisten?

Mit Ausnahme des ehemaligen CDU-Abgeordneten Martin Hohmann sind alle AfD-Parlamentarier Neulinge im Bundestag. Zu ihrer konstituierenden Sitzung trafen sie sich im Marie-Elisabeth-Lüders-Haus in Berlin, einem Parlamentsgebäude. Um die Laptops abzuholen, ging es auf einen Steg über die Spree. Links blitzte die Reichstagskuppel, rechts ragten die Türme des Hauptbahnhofs, dazwischen das klotzige Kanzleramt. "Ist ja doch alles ganz schön groß", sagt der Neu-Abgeordnete Jens Kestner aus Niedersachsen. Er war vorher mal zum Demonstrieren hier.

Frauke Petry will andere Abgeordnete auf ihre Seite bringen

Die AfD-Fraktion wird auch, alles andere wäre eine Überraschung, ein Ort von Machtkämpfen und Intrigen sein. Frauke Petry ist für viele ihrer langjährigen Mitstreiter eine politische Versuchung. Sie will andere Abgeordnete auf ihre Seite bringen und eine eigene Gruppe im Bundestag aufziehen, ein Konkurrenzprojekt zur AfD. Es gibt grundsätzliche Streitpunkte in der AfD-Fraktion. Einige Abgeordnete haben sich an der Aktion "Rote Karte für Björn Höcke" beteiligt. Sie stehen hinter dem Beschluss, den Thüringer Fraktionschef aus der Partei auszuschließen. Nun müssen diese Abgeordneten sich mit dem ebenfalls in den Bundestag gewählten Jürgen Pohl vertragen, Höckes langjährigem Büroleiter.

Als Vater aller Abgeordneten begreift sich Bernd Baumann, Erster Parlamentarische Geschäftsführer, früher ein smarter Medienmanager mit Erfahrung bei der "Bild"-Zeitung. Er hat radikale Rechte und gemäßigte Pragmatiker zu beaufsichtigen, Profis und Amateure. Er wird viel zu tun bekommen.

Der Hetzer

Wer genau sitzt da eigentlich für die AfD im Bundestag? – 10 Porträts der neuen Rechten

Frank Magnitz, 65, Immobilienkaufmann aus Bremen

Der Domplatz in Erfurt, Frank Magnitz steht selbstsicher auf der Bühne. Er nennt die AfD eine "Bewegung", die "zu einer unaufhaltsamen Lawine" werde. Als er über Flüchtlinge spricht, skandiert die Menge: "Abschieben, abschieben!" Als er behauptet, bei ihm in Bremen gebe es in Schulmensen und Kindergärten kein Schweinefleisch mehr, sondern nur noch "Mekkafood", schreit einer im Publikum: "Ich will Schnitzel essen!" Gegendemonstranten sind für Magnitz "Hirntote".

Den Besuch in Thüringen vergangenes Jahr erlebte der Bremer wohl als eine Art Ausflug ins gelobte Land. Er feierte den umstrittenen AfD-Landeschef Björn Höcke. Wetterte gegen den Islam. Fühlte sich getragen. "Deutsche, schaut auf diese Stadt", rief er.

In Bremen registrierte die Polizei in der Nacht nach der Bundestagswahl Anschläge auf Auto und Wohnung von AfD-Politikern. Frank Magnitz sagt einige Tage später am Telefon, er wolle sich nicht zur AfD äußern, auch nicht dazu, was er in Zukunft vorhat. Er ist Abgeordneter des Deutschen Bundestags, Parlamentarier, eine öffentliche Person. Er hat offenbar das Gefühl, er muss jetzt aufpassen, was er sagt.

Das freundliche Gesicht

Leif-Erik Holm, 47, Ex-Radiomoderator aus Schwerin

Leif-Erik Holm, 47, Ex-Radiomoderator aus Schwerin

Verbindlich, nett, Radiostimme. Leif-Erik Holm war lange im NDR auf Sendung. Er arbeitete dann für die AfD-Größe Beatrix von Storch ("auf der Computermaus ausgerutscht"), übernahm vor einem Jahr die AfD-Landtagsfraktion in Schwerin.

Kein schöner Job als Fraktionschef: Neun eher bürgerliche Abgeordnete standen gegen neun national-völkische. Vier Bürgerliche sind nun raus, ein Völkischer flog durch Gewaltfantasien in einem Chat auf. Da hatte Holm seinen Abgang nach Berlin längst eingetütet. Warum? "Wenn die Partei ruft, sollte man das tun", heuchelt er. Ein knappes Jahr zuvor hatte er noch behauptet, "nicht nach einem Jahr wieder von der Fahne" zu gehen.

Der CSU-Albtraum

Corinna Miazga, 34, Angestellte und Studentin aus Straubing

Corinna Miazga, 34, Angestellte und Studentin aus Straubing

18,4 Prozent Zweitstimmen holte die AfD in ihrem Wahlkreis. Der liegt nicht im Osten, sondern in Bayern, genauer gesagt in Niederbayern, politisch tiefschwarz. Es war einer der vielen lokalen Albträume, die die CSU bei der Bundestagswahl erlebte. Corinna Miazga ist das Gesicht der AfD in Straubing. Seit 2013 ist sie Mitglied der Partei.

"Wir haben das in unserem Kreisverband mit nur 37 Leuten hinbekommen", sagt die gebürtige Niedersächsin. Sie hat zuletzt in der Automobilbranche gearbeitet und studiert nebenher Wirtschaftsrecht an der Fern-Uni Hagen. Vor ihrem Parteieintritt engagierte sie sich in einer Nachbarschaftsinitiative gegen den Bau eines Flüchtlingsheims.

Corinna Miazga hatte es auf den sicheren Platz drei der Landesliste Bayern geschafft, ein erster Erfolg allein unter Männern. Die nächste Frau landete abgeschlagen auf Platz 16. In der Bundestagsfraktion ergeht es ihr ähnlich, dort sitzen nur wenige Frauen. Ansonsten: viel Testosteron, viele dunkle Anzüge.

Spricht man sie auf das Frauenthema in der AfD an, antwortet sie, dass sie "da schon selbstbewusst hineingeht". Sie kennt sich aus mit der Situation. Sie hat früher Frauenfootball gespielt, in der Bundesliga. "Eine von wenigen Frauen zu sein schüchtert ja nicht gleich ein. Qualität setzt sich durch", sagt sie. Glaubt sie. "Wäre ich nur als junge Frau nominiert worden, empfände ich das als eine Beleidigung."

Corinna Miazga hält wenig von der Frauenquote. Sie will so ihren Weg gehen.

Der Stasifall

Detlev Spangenberg, 73, Betriebswirt aus Radebeul in Sachsen

Detlev Spangenberg, 73, Betriebswirt aus Radebeul in Sachsen

Jetzt also nicht mehr exklusiv bei der Linken: ein alter Stasifall. Spangenberg soll während seiner Zeit in der Nationalen Volksarmee unter dem Decknamen "Bruno" Berichte über Kameraden verfasst haben. "Alles schon 50 Jahre her", sagt Spangenberg. Dennoch ein Bruch in seiner Opferbiografie. Zu DDR-Zeiten saß er über ein Jahr im Knast wegen versuchter Republikflucht, erst der zweite Anlauf 1980 war erfolgreich. Nach der Wende kehrte er als Tourismuswerber zurück in seine alte Heimat. Fast 20 Jahre lang war Spangenberg in der CDU, bevor er sich der rechten Wählervereinigung "Arbeit-Familie-Vaterland" anschloss, die mit dem Slogan "Sachsenmut stoppt Moslemflut" warb – ein Umstand, der ihn 2014, nunmehr als AfD-Mitglied, um die Alterspräsidentschaft im sächsischen Landtag brachte. Sogar in dieser Fraktion galt er als Rechtsaußen.

Der Karrierist

Andreas Bleck, 29, Student und Abgeordneten-Mitarbeiter aus Neuwied

Andreas Bleck, 29, Student und Abgeordneten-Mitarbeiter aus Neuwied

Die AfD-Satzung ist eigentlich unerbittlich: "Parteimitglieder sollen vor ihrer Kandidatur für ein Mandat mindestens fünf Jahre in einem Beruf tätig gewesen sein." Andreas Bleck studiert immer noch, seit 2009 schon. Lehramt. Vergangenes Jahr kam er bei einem AfD-Landtagsabgeordneten als Mitarbeiter unter. Jetzt macht er Parteikarriere. Er betet das übliche AfD-Zeug runter: Der Geist der Achtundsechziger sei antideutsch, die Europolitik nicht in deutschem Interesse. In der Schule gehe es "nicht um Wissens-, sondern um Ideologievermittlung". "Die Altparteien", davon gibt sich Andreas Bleck überzeugt, "haben Deutschland an die Wand gefahren." Der Mann ist noch keine 30 und auf dem Weg zum Berufspolitiker.

Der Soldat

Jens Kestner, 45, Kosovo-Veteran und Bestatter aus Northeim

Jens Kestner, 45, Kosovo-Veteran und Bestatter aus Northeim

Hauptschule, Lehre zum Heizungsbauer, Realschulabschluss, Militäreinsatz im Kosovo – Jens Kestner hatte schon einiges erlebt, als er Bestatter wurde. Er hatte vorher einen Report über Neuanfänge gelesen. Kestner probierte, ob er das kann: Unfallopfer bergen, Leichen waschen, der Trauer und dem Schmerz der Angehörigen begegnen. Er konnte.

Er baute eine eigene Firma auf, trotz Rückschlägen. 2014 ging Kestner zur AfD. Parteigründer Bernd Lucke hatte ihm "aus dem Herzen gesprochen". Er ließ sich in Stadtrat und Kreistag wählen. Danach wurden die Aufträge für seine Firma weniger. Kestner führt es auf sein Engagement für die AfD zurück. Er zog es trotzdem durch. "Das Land geht vor die Hunde", rief er bei der Abschlusskundgebung kurz vor dem Wahltag. Nun sitzt er im Herzen dieses Landes: im Bundestag in Berlin. Kestner sagt, er wolle als Abgeordneter helfen, "die Islamisierung" zu verhindern. Er meint das ernst. Northeim in Niedersachsen zum Beispiel, knapp 30.000 Einwohner: "Die Stadt sieht heute anders aus." Außerdem fühlt Kestner sich den Soldaten verpflichtet. Acht Jahre diente er selbst in einem Panzerbataillon. "Das ist keine Armee mehr, manche nehmen das wie einen normalen Job." Die Verteidigungsministerin will die Bundeswehr zu einem modernen, attraktiven Arbeitgeber umbauen – das Gegenteil dessen, was Jens Kestner unter einer Armee versteht. Der Soldatenberuf könne kein Beruf sein wie jeder andere, davon ist Kestner überzeugt. "Den muss man leben."

Der Finanzfachmann

Kay Gottschalk, 51, Betriebswirt aus Viersen

Kay Gottschalk, 51, Betriebswirt aus Viersen

Das erste Mal ging gründlich daneben. Kay Gottschalk übernahm für die AfD den Fraktionsvorsitz im Bezirksparlament Hamburg-Mitte. Als er später nach einem Umzug ins Rheinland auf Platz eins der Landesliste NRW kandidieren wollte, reichten Parteifreunde aus Hamburg eine "Leistungsbilanz" nach: Gottschalk habe in 52 Prozent aller Sitzungen gefehlt. In mehr als eineinhalb Jahren habe er nur sieben Anträge und drei Anfragen gestellt. Fazit: Seine Arbeit sei ein "Totalausfall".

Jetzt ist Gottschalk Abgeordneter im Deutschen Bundestag.

Er sitzt auf einer Treppe in einem Bundestagsgebäude, Jeans und Turnschuhe, Hemd und Manschettenknöpfe mit Kompass drauf. Ja, er sei in Hamburg "gescheitert". Damals habe er gerade in höherer Position bei einer Versicherung begonnen, Dienstsitz Bremen, Probezeit, Staus auf der Autobahn. Wenig Zeit und wenig Kraft fürs Bezirksparlament. "Man muss ein Profi sein", sagt er heute.

1982 ging Gottschalk zu den Jusos. Neun Jahre später verließ er die SPD, weil ihm Lafontaines zögerliche Haltung bei der Wiedervereinigung nicht passte. Mit der AfD will er den Wohlstand retten, sagt er, den deutschen Sozialstaat. Dafür braucht es seiner Meinung nach eine Abschottung gegenüber Menschen aus anderen Ländern. Außerdem sollten Weltkonzerne von Apple bis Amazon dort Steuern zahlen, wo sie ihren Umsatz machen, also auch in Deutschland. Vor allem um Finanz- und Rentenpolitik will Gottschalk sich im Bundestag kümmern. Da hat er zu tun. Die AfD absolvierte ihren Wahlkampf ganz ohne ein Rentenkonzept. Gottschalk will diese Lücke schließen.

Der Ideologe

Marc Jongen, 49, Dozent für Philosophie aus Karlsruhe

Marc Jongen, 49, Dozent für Philosophie aus Karlsruhe

Der Sloterdijk-Schüler gilt als Vordenker der Neuen Rechten und wird bisweilen als "Hausphilosoph" der AfD beschrieben. Ihr Wahlprogramm stammt zum Teil aus seiner Feder. Jungen zufolge leide die Gesellschaft an einer "thymotischen Unterversorgung" – das meint Mangel an Empörung und Wut. "Man muss Emotionen wecken, aber die dürfen nicht ins Negative umschlagen", hat er mal gesagt. "Das Ganze muss ein Niveau haben." Zumindest "Thymos" gibt es inzwischen im Überfluss. Nicht nur im Osten, nicht nur unter Abgehängten, auch an der Hochschule für Gestaltung in Karlsruhe, wo Jungen als Dozent tätig ist – freilich richtet sich die Empörung hier gegen ihn selbst. Auch gut, denn nur ein politisch erregtes Volk, so Jungen, sei in der Lage, seine Kultur zu verteidigen – gegen Fremde. Dabei ist er ja irgendwie selbst einer: Geboren in Südtirol, als Sohn eines Niederländers, hat er erst seit sechs Jahren den deutschen Pass.

Der Handwerker

Tino Chrupalla, 42, Malermeister aus Gablenz

Tino Chrupalla, 42, Malermeister aus Gablenz

Eben noch bei Pegida, jetzt schon im Bundestag. Der selbstständige Malermeister gewann im Wahlkreis Görlitz eines der drei Direktmandate seiner Partei in Sachsen. Auch wenn nun jenes von Frauke Petry wegfällt, bleibt Ostsachsen tiefblaues AfD-Land. Mit seinen 32,4 Prozent gelang es dem Politneuling Chrupalla, einen CDU-Promi aus dem Parlament zu kegeln: Michael Kretschmer, Generalsekretär der Sachsen-CDU und Vize der Unionsfraktion, ging überraschend leer aus. Zu tief sitzt der Frust in der Region nahe der polnischen Grenze. Neben vagen Ängsten vor Überfremdung klagen hier viele Wähler über konkrete Sorgen wie gestiegene Kriminalität und Einbrüche. Ängste und Sorgen, die Chrupalla alle bediente. Auch für das Ende der EU-Sanktionen gegen Russland will er sich einsetzen. In seinem Landkreis litten Betriebe darunter.

Der Holocaust-Relativierer

Wilhelm von Gottberg, 77, Beamter i. R. aus Schnega

Wilhelm von Gottberg, 77, Beamter i. R. aus Schnega

Extra für ihn haben die anderen Parteien die Geschäftsordnung des Bundestags geändert. Andernfalls wäre von Gottberg, ein Holocaust-Relativierer, Alterspräsident geworden. Er nannte die massenhafte Vernichtung von Juden einst ein "wirksames Instrument zur Kriminalisierung der Deutschen". Er machte sich die Aussagen eines italienischen Faschisten zu eigen, der den Holocaust einen "Mythos" nannte. Sein Lebensthema: die Vertreibung Deutscher aus dem Osten. Gottberg selbst kam 1940 in Ostpreußen, im heutigen Russland, zur Welt. Später wurde der ehemalige Polizeibeamte Chef der Landsmannschaft Ostpreußen und Herausgeber des "Preußenblattes". In der AfD ist er mit seinen rechten Thesen kein Einzelfall.

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