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Atommüll-Transport steht kurz bevor: Der Castor rollt nach Haus

Deutschland holt seinen Atommüll heim: Mit dem bevorstehenden Castortransport sollen 52 Brennstäbe aus einem ehemaligen Atomfrachter sowie rund 2.000 bis 3.000 Brennstäbe aus dem ehemaligen Forschungszentrum Karlsruhe nach Deutschland zurück gebracht werden.

Der Castortransport von Cadarache in Südfrankreich nach Lubmin in Mecklenburg-Vorpommern steht kurz bevor. Wie der Nachrichtenagentur dapd bekannt wurde, werden Lastwagen mit den hoch radioaktiven Castoren offenbar spätestens heute Abend von Cadarache zum rund 30 Kilometer entfernten Güterbahnhof nach Aix-en-Provence fahren. Dort werden die Behälter mit einem Spezialkran auf Waggons verladen.

Der radioaktive Konvoi soll laut einem 25-seitigen internen Plan der französischen Staatsbahn SNCF am Dienstag um 20.25 Uhr Aix-en-Provence verlassen. Je nach Route wird der Zug dann am Mittwoch zwischen 11.00 und 17.00 Uhr die deutsche Grenze passieren.

In Cadarache sitzt Europas größtes Nuklear-Forschungsinstitut. Atomanlagen aus ganz Europa schicken für Experimente ihren atomaren Abfall und Wertstoffe dorthin. Mit dem bevorstehenden Castortransport sollen 52 Brennstäbe aus dem ehemaligen Atomfrachter "Otto Hahn" sowie rund 2.000 bis 3.000 Brennstäbe aus dem ehemaligen Forschungszentrum Karlsruhe nach Deutschland zurückkommen. Deutsche und französische Atomkraftgegner haben Proteste angekündigt.

Polizei wird kurzfristig eine von vier Routen auswählen

Laut der internen Dokumente der SNCF werden die vier Castoren von zwei Loks gezogen, drei Waggons sind für die Sicherheitskräfte reserviert. Der Zug wird rund 250 Meter lang sein, etwa so wie ein durchschnittlicher ICE. Von Cadarache aus hat der Transport eine Strecke von rund 1.500 Kilometern vor sich. Allein in Frankreich plant die SNCF vier verschiedene Routen, über die die Polizei erst kurzfristig entscheiden wird.

Vom Nordosten Frankreichs aus gibt es dann vier mögliche Routen nach Deutschland. In Lauterburg würde der Transport laut der SNCF-Dokumente am Mittwoch um 15.01 Uhr die Grenze überfahren, in Kehl um 14.16 Uhr. Aufgrund von zwei verschiedenen möglichen Anfahrtswegen könnte er Neuenburg entweder um 11.39 Uhr oder 15.57 Uhr passieren, den Grenzort Forbach hingegen um 12.17 Uhr oder erst um 17.10 Uhr. Letztlich wird es auch von den Protesten entlang der Strecke abhängen, wie plangemäß der Zug in Deutschland eintreffen wird.

DAPD / dapd