Attentat von Passau Merkel verurteilt Anschlag auf Mannichl


Sechs Tage hat sie sich Zeit gelassen: In ihrer ersten persönlichen Erklärung zu dem Messerattentat auf den Polizeichef von Passau hat Bundeskanzlerin Angela Merkel entschiedenes Handeln gegen Neonazis gefordert. Die Attacke sei "ein Angriff auf uns alle", so die Kanzlerin. Polizeichef Alois Mannichl wird heute aus dem Krankenhaus entlassen.

Nach dem Messerattentat auf den Passauer Polizeichef Alois Mannichl hat Bundeskanzlerin Angela Merkel ein entschiedenes Handeln der Politik gegen den Rechtsextremismus gefordert. "Wenn hier ein Vertreter unseres Staates, aber auch wenn andere Menschen durch Rechtsextreme angegriffen werden, dann ist das ein Angriff auf uns alle", sagte sie der "Passauer Neuen Presse" in ihrer ersten persönlichen Stellungnahme zu dem Fall.

Die Bedrohung durch Feinde des Rechtsstaats müsse sehr ernst genommen werden - nicht nur in Passau, sagte Merkel. Bund und Länder müssten diese Herausforderung und die rechtsextremistischen Strukturen weiter entschieden bekämpfen. Neben der Politik sei die gesamte Gesellschaft gefordert. Nötig sei vor allem Zivilcourage, um den Rechtsextremismus überall da zu bekämpfen, wo er sich im öffentlichen Raum zeigt.

Mannichl wird nach Polizeiangaben an diesem Freitag aus dem Klinikum Passau entlassen. Ursprünglich war erst zu Weihnachten mit der Entlassung des 52 Jahre alten Beamten aus der stationären Behandlung gerechnet worden.

Eine 50-köpfige Sonderkommission fahndet derweil in Deutschland und in Österreich nach zwei Verdächtigen mit auffälligen Tätowierungen. Ein Ehepaar sitzt wegen Verdachts der Beihilfe zum versuchten Mord in Untersuchungshaft.

DPA DPA

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