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Auftrag der Bundesregierung: Roland Berger soll Opel retten

Wenn die Politik nicht weiter weiß, fragt sie gerne Roland Berger. Der weltweit renommierte Unternehmensberater soll nun auch zum Retter des kriselnden Autobauers Opel werden. Die Bundesregierung hofft dabei auf Bergers nationale und internationale Kontakte. Gesucht wird ein privater Investor, der bei Opel einsteigt.

Der prominente Industrie- und Politikberater Roland Berger soll im Auftrag der Bundesregierung die Verhandlungen zur Rettung Opels koordinieren. Wie das Bundeswirtschaftsministerium am Mittwochabend in Berlin mitteilte, soll Berger "seine nationalen und internationalen Kontakte sowie seine Erfahrung aus jahrelanger Tätigkeit als Unternehmensberater einbringen, um die komplizierten Fragen im Verhältnis zwischen Opel und General Motors zu lösen." Er solle überdies die Suche nach internationalen Investoren für eine europäische Gesellschaft vorantreiben. Opel strebt eine weitgehende Abkopplung des Europageschäfts vom US-Mutterkonzern an, kann dies aber nicht allein schaffen. Vom Staat werden europaweit Hilfen von 3,3 Milliarden Euro für die nächsten zwei Jahre erhofft - über Bürgschaften, Kredite oder Beteiligungen.

Bundeswirtschaftsminister Karl-Theodor zu Guttenberg (CSU) hatte auf seiner USA-Reise in Washington angekündigt, dass die Regierung einen Koordinator installieren werde, der die Gespräche zwischen GM und Opel sowie weiteren europäischen Töchtern zusammenführen solle. Nach Angaben des Ministeriums wird Berger eng mit den auf Regierungsebene eingesetzten Beauftragten, Steven Rattner und Staatssekretär Homann, zusammenarbeiten.

Viel Arbeit für den Berater

Auf Berger wartet viel Arbeit. Denn wie Guttenberg in Washington erklärte, ist Opel bei weitem noch nicht gerettet, auch wenn der "Hoffnungsschimmer" wieder etwas heller geworden sei - zumindest bis Ende des Monats. Entscheidend sei, ob das von GM bis 31. März vorzulegende neue Unternehmens-Konzept zukunftsfähig sei und von Washington und Berlin akzeptiert werden könne, sagte der Minister nach seinen Gesprächen mit der Führung des Opel-Mutterkonzerns und Vertretern der US-Regierung.

Roland Berger hat sich in den vergangenen vier Jahrzehnten als gefragter Partner in Politik und Wirtschaft einen Namen gemacht. Die von ihm 1967 gegründete Beratungsgesellschaft Roland Berger Strategy Consultants zählt zu den wichtigsten der Branche weltweit. Der 71-Jährige hat beste Kontakte in die Entscheidungszentren und gilt in Wirtschaft und Politik als hervorragend vernetzt. Er beriet nicht nur den früheren Bundeskanzler Gerhard Schröder (SPD), sondern auch dessen einstigen Herausforderer 2002, den früheren Ministerpräsidenten Edmund Stoiber (CSU).

Auch General Motors Europe bestätigte am Mittwochabend, dass die Unternehmensberatung Roland Berger beim neuen Unternehmensmodells für Opel helfen werde. Roland Berger solle die noch offenen Punkte des Konzepts klären, mit dem ein eigenständiges europäisches Unternehmen unter der Führung der Adam Opel GmbH entstehen soll.

Gesucht: Konzept, das Staatshilfe rechtfertigt

Guttenberg hatte nach einem Treffen mit US-Finanzminister Timothy Geithner erklärt, weder die US-Regierung noch die Bundesregierung seien weiter bereit, Milliarden in ein Unternehmen zu stecken, das dem internationalen Wettbewerb auf Dauer nicht gewachsen sei. Beide verabredeten eine enge Zusammenarbeit bei der Krisenbewältigung des GM-Konzerns. In einer gemeinsamen Arbeitsgruppe sollen die Gespräche auf Spitzenebene verankern werden.

Für Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) war die Reise Guttenbergs "sehr erfolgreich". Regierungssprecher Ulrich Wilhelm sagte, die Bundesregierung werde jetzt in den nächsten Wochen im Rahmen ihrer Möglichkeiten weiter an einer Rettung von Opel arbeiten. Sie könne aber nicht Aufgaben des Konzerns übernehmen. Die SPD erwartet schnelles Handeln von Guttenberg. Eine europäische Lösung für Opel könne nur durch "aktive Mitarbeit" der Bundesregierung erreicht werden, sagte der Parlamentarische SPD-Fraktions-Geschäftsführer Thomas Oppermann. FDP-Chef Guido Westerwelle bewertete die Reise mit den Worten: "Außer Spesen fast nichts gewesen."

Der Chef des GM-Europa-Ablegers Carl-Peter Forster und Gesamtbetriebsratschef Klaus Franz warben am Mittwoch im Bundestag um die erhofften Milliarden-Staatshilfen. Aus einem Papier für die Abgeordneten geht hervor, dass Opel seine Probleme als Folge der Finanzkrise und mangelnder Kreditversorgung sieht. Auch hält sich das Unternehmen für die europäische Wirtschaft und Autoindustrie insgesamt für sehr wichtig ("systemrelevant"). US-Regierung und Bundesregierung machen dagegen eher strukturelle Probleme für die Krise des Autobauers verantwortlich.

In dem Papier erklärt Opel, es würden bereits Gespräche mit Investment-Banken als Investoren geführt. Laut Guttenberg gibt es sowohl aus dem Finanzsektor als auch aus der Industrie interessierte Investoren. BMW-Chef Norbert Reithofer bestritt indessen nochmals jegliches Interesse an einen Einstieg bei Opel.

Opel-Autos künftig auch in den USA?

Die Arbeitnehmervertretung von Opel forderte unterdessen, die Autos als Zugeständnis des Mutterkonzerns künftig weltweit vertreiben zu dürfen. Im GM-Verbund darf Opel bisher nur auf dem europäischen Markt auftreten, das müsse geändert werden, sagte Franz der "Süddeutschen Zeitung". Opel hat nach Angaben des Betriebsrates Fabrik-Kapazitäten für 2 Millionen Autos im Jahr. Im vergangenen Jahr wurden nur 1,4 Millionen Fahrzeuge abgesetzt.

DPA / DPA
Oldtimer gekauft - bei Instandsetzung Unfallschäden entdeckt
Hallo, ich habe mir vor ein paar Wochen einen amerikanischen Oldtimer gekauft - ein Import aus den Staaten, bekam hier eine Vollabnahme und H-Gutachten. Aufgrund der Entfernung konnte ich den Wagen jedoch lediglich auf Fotomaterial besichtigen und auf den Fotos sah er aber sehr gut aus - hatte wenig Laufleistung und wurde auch beim Gespräch mit dem Verkäufer am Telefon mit einem guten Zustand beworben. Nach der Lieferung fielen mir dann sofort 2 Roststellen auf, wo ich mir noch sagte "Hey - das Auto ist 40 Jahre alt - darf es haben, also reparierst du es einfach". Bei der Reparatur stellen sich dann jedoch weitere Roststellen heraus, die sogar zur Demontage der Innenverkleidungen, Kotflügel und Windschutzscheibe führten. Aber Ok - altes Auto. Der Wagen ging daraufhin zum Lackierer und wurde dort weiter behandelt. Dabei kamen dann weitere Mängel zum Vorschein: Die Beifahrertüre wurde bereits im unteren Bereich dick mit Spachtel überzogen - die Unterkante wurde ausgetauscht und von innen nicht versiegelt - das Blech rostete durch. Jedoch war das gesamte untere Türdrittel komplett verbeult - dazu braucht es schon einen recht großen Hammer. Ca. 8mm dicke Spachtelbrocken musste ich abschlagen. An einer Stelle wurde das Blech der Seitenwand bereits ausgetauscht. Durch die schlechte Arbeit waren Blechteile vollständig durchrostet. Auf der anderen Seitenwand hatte der Wagen einen weiteren Treffer kassiert - das Blech war eingedrückt und wurde mit massig Spachtel übergetüncht. Von außen nur anhand sehr schlechtem Lackbildes zu sehen und von innen sind deutlich Schweißpunkte vom Blechzughammer erkennbar. Auch die Seitenscheiben waren stümperhaft montiert. Diese wurden nicht mit Scheibenkleber, sondern einer kaugummiartigen Substanz montiert und fielen bei der Demontage der Zierleisten dem Lackierer bereits entgegen. Laut Verkäufer wurden die Seitenwände zwar überlackiert (was man auch sehen konnte), ein Grund wurde jedoch nicht genannt - angeblich schlechter Lack oder Kratzer. Nun meine Frage: Im Kaufvertrag ist der Wagen wie folgt beschrieben: "Keine Unfallschäden laut Vorbesitzer" "Dem Verkäufer sind auf andere Weise keine Unfallschäden bekannt" Weitere Regelungen gibt es im Kaufvertrag nicht. Durch die Beseitigung der Durchrostungen an den unfachmännisch ausgeführten Blech- und Spachtelarbeiten ist der Preis für die Lackierung deutlich gestiegen. Kann man beim Verkäufer hierfür mitunter Schadensersatz geltend machen? Gekauft wurde das Fahrzeug Mitte Dezember 2018, geliefert in der 2ten KW im Januar. Danke im Voraus für eure Antworten.