Awacs Die Deutschen bleiben - vorerst


Bei einem Eingreifen der Türkei in den Irak-Krieg will die Bundesregierung die deutschen Soldaten aus den AWACS- Aufklärungsflugzeugen der NATO abziehen.

Bei einem Eingreifen der Türkei in den Irak-Krieg will die Bundesregierung die deutschen Soldaten aus den AWACS- Aufklärungsflugzeugen der NATO abziehen. Das kündigte Außenminister Joschka Fischer am Samstag in Berlin nach einer Sitzung des Sicherheitskabinetts an. Vorangegangen waren bislang unbestätigte Berichte über einen Einmarsch türkischer Soldaten in den Nord-Irak.

Wird die Türkei Kriegspartei?

Fischer wies darauf hin, das der Bundesnachrichtendienst nach eigenen Erkenntnissen "bis zur Stunde keine wesentlichen Änderungen der Präsenz türkischer Truppen im Nordirak" festgestellt habe. "Sollte die Türkei Kriegspartei im Irak werden, würde eine neue Lage entstehen, die gemäß unserer seit Monaten vertretenen Politik zum Abzug der deutschen Soldaten aus den NATO-AWACS-Flugzeugen führen wird", stellte Fischer klar.

Unter Leitung von Bundeskanzler Gerhard Schröder hatten sich neben Fischer auch Verteidigungsminister Peter Struck, Innenminister Otto Schily und der Chef des Kanzleramtes, Frank-Walter Steinmeier (alle SPD), getroffen.

Auch Patriots unter Vorbehalt

Struck deutete an, dass von einem Kriegseintritt der Türkei auch die Patriot-Flugabwehr-Raketen der Bundeswehr betroffen seien. Die Bundeswehr hatte der Türkei die Raketen zum Selbstschutz vor Angriffen aus dem Irak zur Verfügung gestellt. Für diese gelte "Vergleichbares" wie für den AWACS-Einsatz.

Nach einem Bericht des TV-Senders CNN Türk sind rund 1000 türkische Soldaten von den türkischen Provinzen Silopi und Hakkari in den Irak einmarschiert, offenkundig gegen den Wunsch Washingtons. Der türkische Außenminister Abdullah Gül sagte, die Truppen sollten irakische Flüchtlinge daran hindern, die Grenze zu erreichen.

DPA

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