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Bauarbeiten an Stuttgart 21 Bahnprojekt geht in eine neue Runde


Die Bauarbeiten für Stuttgart 21 gehen weiter. Mit Spezialfahrzeugen sollen Bäume umgepflanzt werden. Die Polizei musste zunächst Sitzblockaden auflösen. Einige Demonstranten besetzten Bäume und blockierten einen Lastwagen mit Bauzaunelementen.

Hunderte Demonstranten haben am Dienstagmorgen die Bauarbeiten für das Bahnprojekt Stuttgart 21 behindert. Sie stellten sich vier Spezialfahrzeugen entgegen, mit denen 16 Bäume am Nordausgang des Bahnhofs ausgegraben und umgepflanzt werden sollen. Ein Großaufgebot der Polizei löste mehrfach Sitzblockaden auf und machte den Weg frei. Dabei seien auch Schlagstöcke eingesetzt worden, berichtete der Sprecher der Parkschützer, Matthias von Herrmann, der Nachrichtenagentur dpa. Ein Polizeisprecher sagte, er könne das nicht bestätigen.

Einige Demonstranten besetzten Bäume und blockierten einen Lastwagen mit Bauzaunelementen. "Schämt Euch!"-Rufe ertönten, als gegen 5.45 Uhr der erste Baum ausgegraben war und gekippt wurde. Die Bäume stehen den Bauarbeiten für ein unterirdisches Technikgebäude des geplanten Tunnelbahnhofs im Weg. Sie sollen in den kommenden Tagen an anderen Standorten in Stuttgart wieder eingepflanzt werden. Nach Angaben der Bahn kostet das Verpflanzen rund 200 000 Euro.

Die Polizei sprach von 300 bis 500 Demonstranten, die Organisatoren von mehr als 1000. Einige blockierten eine Kreuzung, so dass Baufahrzeuge und Autos mehrere Stunden lang nicht durchfahren konnten. Immer wieder forderten die Gegner "Die Bäume bleiben hier!" und "Mappus weg!" in Anspielung auf Ministerpräsident Stefan Mappus (CDU).

Bereits gegen 03.30 Uhr waren die "Parkschützer" per Handy oder E-Mail alarmiert worden. Es war der erste große "Parkschützeralarm" seit dem 30. September 2010, als bei Auseinandersetzungen im Schlossgarten weit mehr als 100 Demonstranten und mehrere Dutzend Polizisten verletzt wurden. Die Gegner des Bahnprojekts lehnen die Verpflanzung der Bäume ab, da diese eine wichtige Funktion als Abgasfilter an einer vielbefahrenen Kreuzung hätten. Bereits am Montagabend hatten mehrere tausend Menschen bei der traditionellen "Montagsdemo" für einen Baustopp des Milliardenprojekts Stuttgart 21 demonstriert.

DPA DPA

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