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Bundespräsidentenwahl Luc Jochimsen geht für Linke ins Rennen


Luc Jochimsen soll Christian Wulff und Joachim Gauck herausfordern: Die Linke stellt die frühere Chefredakteurin des Hessischen Rundfunks als Kandidatin für das Bundespräsidentenamt auf. Die Chance der 74-Jährigen, gewählt zu werden, ist jedoch äußerst gering.

Die Linke stellt die Bundestagsabgeordnete und frühere Chefredakteurin des Hessischen Rundfunks (HR), Luc Jochimsen, als Kandidatin für das Bundespräsidentenamt auf. Die 74-Jährige war 2005 über die Landesliste der thüringischen Linkspartei ins Parlament eingezogen. Sie ist kulturpolitische Sprecherin der Fraktion. Zwischen 1994 und 2001 war sie Chefredakteurin des HR.

Die Linksfraktion im Bundestag und Linken-Vertreter aus den Ländern sprachen sich in einer gemeinsamen Sitzung einstimmig für Jochimsen aus, wie es aus Teilnehmerkreisen hieß. In den vergangenen Tagen war auch die ostdeutsche Schriftstellerin Daniela Dahn gehandelt worden. In Parteikreisen hieß es aber, dass eine westdeutsche Kandidatin als wahrscheinlicher gilt.

Jochimsen sei für das Amt geeignet, weil sie in besonderer Weise für die Wiedervereinigung stehe, sagte der Fraktionsvorsitzende Gregor Gysi in Berlin. Die 74-Jährige sei im Westen aufgewachsen und habe sich nach dem Fall der Mauer stark für den Osten interessiert.

Jochimsen will Friedensstifterin sein

Jochimsen sagte zu den Zielen ihrer Kandidatur, sie wolle Friedensstifterin und Vereinigerin von Ost und West sein. Auch wolle sie sich für die Schwachen und Benachteiligten einsetzen. Die Entscheidung, die Kandidatur anzunehmen, sei ihr nicht schwergefallen. "Mir ist klar, dass die kommenden Wochen und Tage nicht leicht sein werden", fügte Jochimsen hinzu.

Parteichefin Gesine Lötzsch hatte bereits am Montag angekündigt, dass sie zusammen mit dem Co-Vorsitzenden Klaus Ernst eine Frau für das höchste Staatsamt vorschlagen will. Die Linke hatte ursprünglich ein gemeinsames Vorgehen aller drei Oppositionsparteien angestrebt. SPD und Grüne entschieden sich aber für einen Alleingang und nominierten in der vergangenen Woche den ehemaligen DDR-Bürgerrechtler Joachim Gauck.

Linke lässt mögliche Unterstützung für Gauck offen

Die Linke entsendet voraussichtlich 124 oder 125 Mitglieder in die Bundesversammlung, die am 30. Juni den neuen Bundespräsidenten wählen soll. Insgesamt wird es 1244 Wahlleute geben, von denen die Koalitionsparteien mindestens 644 stellen. Das sind mindestens 21 Wahlleute mehr als Stimmen für die absolute Mehrheit nötig sind. Als Kandidat des bürgerlichen Lagers wurde der niedersächsische Ministerpräsident und CDU-Vize Christian Wulff benannt.

Falls es dennoch einen zweiten und dritten Wahlgang geben sollte, hat sich die Linke noch nicht entschieden, ob sie dem ostdeutschen Bürgerrechtler und Theologen Gauck ihre Stimmen dann doch geben will. Bleiben zwei Wahlgänge ergebnislos, genügt im dritten die einfache Mehrheit.

DPA/APN DPA

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