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Bundestagswahl 2013: AfD hat mehr Facebook-Fans als CDU und SPD

Bei der Bundestagswahl 2013 sind soziale Netzwerke so bedeutend wie bei keiner Wahl zuvor. Die Zahl der Facebook-Fans der Parteien spiegelt dabei ein ganz anderes Kräfteverhältnis wider als Umfragen.

Die Anti-Euro-Partei "Alternative für Deutschland" (AfD) liegt auf Platz zwei - zumindest was die Anzahl an Facebook-Fans betrifft. Erst im März ging die Facebook-Seite der Partei des Hamburger Ökonomieprofessors Bernd Lucke online, seither hat sie im Eiltempo alle anderen Parteien überholt. Nur die Piraten liegen mit 83.000 Fans noch deutlich vor den eurokritischen Newcomern. Der Branchendienst meedia.de vermutet, es sei "nur noch eine Frage der Zeit", bis die AfD auch an den Piraten vorbei zieht.

In letzten Wahlumfragen erlangte die konservative Partei nur drei bis vier Prozent. Wahlbeobachter räumen der Gruppierung dennoch Chancen auf einen Einzug in den Bundestag ein, weil viele Protestwähler nicht an Umfragen teilnehmen. Angela Merkel bemühte sich zuletzt, die Annäherungsversuche der AfD zurückzuweisen und antwortete auf die Frage nach einer möglichen Koalition mit der Partei von Bernd Lucke: "Die Frage stellt sich nicht". Zudem sagte die Bundeskanzlerin der "Bild am Sonntag": "Die meisten Bürger wissen: Der Euro ist gut für Deutschland und sichert Arbeitsplätze".

Bei der Betrachtung des Kurznachrichtendienstes Twitter, zeigt sich ein völlig anderes Bild. Mit etwas mehr als 5700 Followern verfolgen das Gezwitscher des AfD noch weniger, als das des "CSU-OnlineTeams". Wie hilfreich soziale Netzwerke für neue politische Gruppen oder Einzelpersonen sind, betonte Judith Denkmayer von der Social Media Agentur "Digital Affairs" in einem Interview mit dem österreichischen Radiosender "Ö1". Gerade für Politik-Einsteiger seien soziale Netzwerke eine kostengünstige Möglichkeit, öffentlich gehört zu werden. Dabei gehe es auch um die Aufmerksamkeit von Journalisten, die die Aussagen, die Parteien und Politiker in sozialen Netzwerken tätigen, in ihre Berichterstattung einfließen lassen.

juho/DPA / DPA