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Social-Media-Analyse Merkel versagt auf Facebook

Bundeskanzlerin Angela Merkel im Juni beim Digital-Gipfel der Bundesregierung in Ludwigshafen
Talfahrt beim Thema Facebook-Performance: Bundeskanzlerin Angela Merkel, hier im Juni beim Digital-Gipfel der Bundesregierung in Ludwigshafen.
© Uwe Anspach/DPA
Vor den nahenden Bundestagswahlen gerät Angela Merkel kräftig ins Straucheln - auf Facebook. Laut einer Analyse wurde die Kanzlerin in Sachen Facebook-Performance von allen Konkurrenten abgehängt und landet auf dem letzten Platz.

In den Umfragen zur Bundestagswahl am 24. September liegen Kanzlerin Angela Merkel und die CDU/CSU mit großem Abstand vorn. In Sachen Facebook-Performance hinkt Merkel dagegen allen Konkurrenten weit hinterher, wie eine Studie der Territory Webguerillas zeigt. Die Münchner Digitalagentur hat anlässlich der bevorstehenden Bundestagswahl die Facebook-Auftritte der Kanzlerin und ihrer Mitstreiter untersucht und die Ergebnisse mit einer ersten Studie aus dem Februar verglichen.

Angela Merkel trifft laut Analyse nicht den richtigen Ton

Demnach belegt Merkel im Facebook-Ranking mittlerweile den letzten Platz - im Februar habe sie immerhin noch auf Rang vier gelegen. Als Achillesverse der CDU-Chefin nennen die Webguerillas, die ebenso wie der stern zum Hamburger Verlag Gruner + Jahr gehören, die Zustimmung der Fans und die Viralität ihrer Inhalte. In beiden Kategorien erziele die Kanzlerin verglichen mit ihrer Konkurrenz absolute Tiefstwerte. Schon im Februar habe es hier nur für die Plätze 4 und 6 von sieben gereicht.

Wenige Wochen vor der Bundestagswahl gelinge es Merkel in den sozialen Medien immer weniger, bei ihren Wählern den richtigen Ton zu treffen, schreibt die Digitalagentur. Das einzige Plus der Regierungschefin sei die Größe ihrer Community. Hier sahne sie richtig ab und stelle sogar die Siegerin des Gesamtrankings weit in den Schatten.

Social-Media-Analyse: Merkel versagt auf Facebook
© Territory webguerillas

Diese Siegerin heißt Sahra Wagenknecht. Die Spitzenkandidatin der Linkspartei reiht sich laut der Untersuchung lediglich bei der Community-Größe hinter Merkel ein, gefolgt von SPD-Kanzlerkandidat Martin Schulz, dem FDP-Bundesvorsitzenden Christian Lindner und Grünen-Chef Cem Özdemir. Ansonsten verteidige Wagenknecht mit Bestwerten in Sachen Zustimmung der Fans und Viralität der Inhalte ihren ersten Platz aus der Februar-Analyse. Zu verdanken habe sie dies vor allem der Interaktionsfreude ihrer Fanbase, weniger jedoch ihrer eigenen Posting-Frequenz, erklären die Webguerillas. So belege die 48-Jährige bei ihrem eigenen Engagement nur Platz 3 hinter den Zweit- und Drittplatzierten des Gesamtrankings, Christian Lindner und Cem Özdemir.

FDP-Chef Lindner gewinnt viele Fans hinzu

Für FDP-Hoffnungsträger Lindner scheine sich sein Spitzenplatz beim Posten auszuzahlen, heißt es in der Untersuchung: Mit einem Plus von 122 Prozent im Vergleich zum Vorjahr verzeichne Lindner nicht nur das prozentual stärkste Fan-Wachstum (157.089 Fans, Stand 31. Juli 2017), sondern ernte zusätzlich besonders viele "Daumen-hoch", Shares und Kommentare. Der Gesamtdritte Özdemir tue es ihm gleich: Auch er unterhalte seine Fans nicht nur mit zahlreichen Postings und erhalte zum Dank einiges an Zustimmung, sondern hole auch Bronze in Sachen Viralität der Inhalte.

Basis der Untersuchung sind nach Angaben der Webguerillas die Listung der Politiker im ZDF-Politbarometer sowie ein offizieller Facebook-Account, den beispielsweise. Ursula von der Leyen, Wolfgang Schäuble und Thomas de Maizière nach wie vor nicht besitzen. Für die Auswertung seien acht verschiedene Leistungskennzahlen betrachtet und zu vier Kernwerten verdichtet worden: Aktivität des Politikers auf Facebook, Größe und Aktivität der Community, Zustimmung der Fans in Form von Likes, Kommentaren und Shares sowie Viralität des Contents - also, wie schnell sich die Inhalte des Politikers im Social Web verbreiten. Betrachtet wurden die Facebookseiten demnach im Zeitraum vom 1. August 2016 bis 31. Juli 2017.

mad

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