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TV-Interview FDP-Chef Lindner hält Laschet schon für den sicheren Wahlsieger – und dient sich als Finanzminister an

FDC-Chef Christian Linder im ARD-Sommerinterview
Hält die Bundestagswahl schon für gelaufen – und möchte gerne mitregieren: FDP-Chef Christian Lindner
© Christophe Gateau / DPA
An Selbstvertrauen mangelt es ihm bekanntlich nicht, nun zeigt er auch prophetische Gaben: FDP-Chef Lindner hält die Bundestagswahl schon für gelaufen. Seine Partei und sich selbst sieht er als Teil der nächsten Regierung.

FDP-Chef Christian Lindner hält die Bundestagswahl bereits zwei Monate vor dem Wahltermin für entschieden. "In meinen Augen, nach meiner Erwartung hat sich bereits geklärt, wer in das Kanzleramt einziehen wird", sagte er am Sonntag im Sommerinterview der ARD. Der Auftrag zur Regierungsbildung werde nahezu sicher an die CDU und ihren Kanzlerkandidaten Armin Laschet gehen.

Die Frage sei, wer dann wichtige Rollen einnehme und etwa Finanzminister werde. "Ich wäre bereit das zu übernehmen – mit dem Respekt vor der Schuldenbremse, mit der klaren Ansage, Steuern sollten im Höchststeuerland nicht erhöht werden, wenn wir Jobs und private Investitionen wollen", sagte Lindner. Es sei eine wichtige Frage, ob ein Robert Habeck von den Grünen Bundesfinanzminister werde oder er, so der FDP-Chef. 

Lindner für Jamaika statt Ampel

In Umfragen zur Bundestagswahl liegt die Union derzeit deutlich vor Grünen und SPD. Umfragen spiegeln allerdings grundsätzlich nur das Meinungsbild zum Zeitpunkt der Befragung wider und sind keine Prognosen auf den Wahlausgang.

Für eine Ampelkoalition aus Grünen, SPD und FDP sieht Lindner nach derzeitigem Stand keine reelle Chance. "Ich sehe nicht, dass es rechnerisch oder von den politischen Inhalten her hinreichende Gemeinsamkeiten für ein Ampelmodell gibt", sagte er. "Mir fehlt die Fantasie, welches inhaltliche Angebot Annalena Baerbock der FDP machen könnte, das attraktiver wäre als die Angebote, die vor vier Jahren Frau Merkel gemacht hat."

"Schwarz-Grün nicht alleine lassen"

Laut Lindner werde nach der Wahl die Frage sein, ob es zu Schwarz-Grün oder einer Jamaika-Koalition zusammen mit der FDP komme. Er sei dann für Jamaika. "Wer klare Verhältnisse in Deutschland will, der darf Schwarz und Grün nicht alleine lassen." Er kämpfe dafür, dass es nicht zu einer schwarz-grünen Bundesregierung komme.

Sollten die Liberalen nach der Wahl in der Opposition bleiben, will Lindner dennoch die Partei weiter anführen. Die FDP stehe kurz vor einem neuen Mitgliederrekord, sagte Lindner. Er wolle diese Menschen und dieses Vertrauen auch persönlich nicht enttäuschen.

dho DPA AFP

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