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Coronakrise Acht Millionen Masken für Deutschland: Die Luftbrücke nach China steht – auch dank Kanzlerin Merkel


Masken für Ärzte und Pflegekräfte werden in der Coronakrise dringend gebraucht. Die Bundesregierung müht sich um Nachschub. Jetzt gibt es erste Erfolge – offenbar auch dank des persönlichen Einsatzes von Bundeskanzlerin Angela Merkel.

Es gibt auch noch gute Nachrichten in der Coronakrise. In München ist am Dienstagabend ein Frachtflugzeug aus China gelandet. An Bord waren acht Millionen Schutzmasken für die Bundesregierung. Der Jet war im chinesischen Shanghai gestartet und ist die erste Maschine im Rahmen einer Luftbrücke, die die Bundesrepublik für die Transporte mit dringend benötigter Schutzausrüstung aus China nach Deutschland eingerichtet hat. Damit ist man in der Lage, täglich eine Lufthansamaschine für 25 Tonnen Fracht nach Shanghai zu schicken, wie es aus dem Bundesgesundheitsministerium hieß. Hinzu kommen demnach weitere Transport-Optionen über das Verteidigungsministerium. Beide Maßnahmen sollen dazu dienen, flexibel auf Warenströme reagieren zu können.

Schutzausrüstung für medizinisches Personal wie Atemschutzmasken und Anzüge sind derzeit weltweit knapp, der Markt ist außerdem massiv umkämpft. Die Bundesregierung ist daher in eine zentrale Beschaffung eingestiegen, um ergänzendes Material zum Weiterverteilen an Praxen, Krankenhäuser und Pflegeheime zu besorgen. Dabei bereiten Einkaufs- und Lieferbedingungen teils Schwierigkeiten - besonders in China, das für den Großteil der globalen Schutzmaskenproduktion steht.

Jüngste Erfahrungen zeigten, dass Zwischenhändler Lieferpflichten oft nicht erfüllen könnten, heißt es in einem Ministeriumsbericht zum Stand der Beschaffung vom 4. April, der der Deutschen Presse-Agentur vorliegt. Teils würden Fälschungen oder Produkte angeboten, die von zugesagten Standards abweichen. Auch beim Versand nach Deutschland komme es zu Problemen. Daher gebe es bei Lieferprognosen große Unsicherheiten.

Vor allem die Beschaffung vor Ort in China zeigt demnach aber nun "kurzfristig Wirkung". Sie erlaube Zugriff auf sehr große Kapazitäten von etwa 1000 Herstellern, die normgerechte Ware herstellen könnten. 

Schutzmasken aus China - Merkel telefoniert mit Präsident Xi

Laut einem Bericht der "Süddeutschen Zeitung" hat sich Bundeskanzlerin Angela Merkel persönlich in die Beschaffung von Schutzkleidung eingeschaltet. Sie soll in einem direkten Gespräch mit Chinas Staatspräsident Xi Jinping dafür gesorgt haben, dass Deutschland einen direkten Zugang zu einem staatlichen chinesischen Produzenten von Schutzkleidung bekommt. Das gehe ebenfalls aus dem Bericht hervor, mit dem das Bundesgesundheitsministerium den Bundestag über die Beschaffung von Schutzkleidung informiert hat. Dort heißt es, nach dem Gespräch von Merkel mit Xi und weiteren Gesprächen des Gesundheitsministeriums mit dem chinesischen Handelsministerium habe Anfang April ein "direkter Zugang zu einem staatlichen Produzenten (MOHECO) hergestellt" werden können. MOHECO verspreche ein "höheres Maß an Qualität und Liefersicherheit".

Die vom Bund zentral beschaffte Schutzausrüstung soll laut dem Bericht aus dem Gesundheitsministerium zu 85 Prozent im Gesundheitssektor verteilt werden, 15 Prozent sollen an oberste Bundesbehörden und ihre Geschäftsbereiche gehen - dazu gehören etwa auch Bundespolizei und Technisches Hilfswerk. Die Kassenärztlichen Vereinigungen verteilen an Praxen weiter, die Länder an Kliniken, Pflegeheime und andere Einrichtungen.

Neben der Beschaffung auf den Märkten will der Bund Anreize setzen, um eine Herstellung von Masken und Vorprodukten wie Vlies-Material im Inland aufzubauen. Vorgesehen sind dafür Investitionszuschüsse, wenn Unternehmen ihre Produktion umstellen, und Abnahmegarantien. Ziel ist es laut Bundesregierung, einen nicht nur kurzfristigen Bedarf zu decken - sondern Nachschub für mehrere Monate.

Quellen: DPA, "Süddeutsche Zeitung"

kng

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