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Coronavirus-Bekämpfung Maskenpflicht, halbe Klassengröße, mehr Schulbusse – wie der Schulbetrieb gerettet werden soll

Schülerinnen und Schüler mit Mund-Nasen-Schutz gegen das Coronavirus im Schulunterricht
Kommt die bundesweit verpflichtende Pflicht zum Tragen eines Mind-Nasen-Schutzes gegen das Coronavirus im Unterricht?
© Gregor Fischer / DPA
Die Schulen in der Coronavirus-Pandemie möglichst offen zu halten, ist ein zentrales Ziel der Bundesregierung. Ein vorbereitetes Maßnahmenpaket wird bei den heutigen Beratungen aber wohl noch nicht verabschiedet.

Kontakte vermeiden und verringern. Das ist ein zentraler Baustein bei der Bewältigung der Coronavirus-Pandemie. Für Millionen Menschen in Deutschland ist das allerdings weiterhin leichter gesagt als getan. 

Für die fast 800.000 Lehrerinnen und Lehrer und die mehr als acht Millionen Schülerinnen und Schüler herrscht seit Monaten Ausnahmezustand. Die Kritik an dem Umgang mit der Pandemie an den deutschen Schulen reißt nicht ab: zu viele Menschen auf zu wenig Raum, zu schlechte Belüftungskonzepte, uneinheitliche oder unpraktikable Regeln zum Tragen des Mund-Nasen-Schutzes, überfüllte Schulbusse, mangelhafte Vorbereitung auf Fernunterricht, wechselnde Quarantänevorschriften – das sind nur einige der Punkte, die den Betroffenen zu schaffen machen. Dazu kommt: Jedes Bundesland kann selbst entscheiden, welche Vorgaben es seinen Schulen macht – und viele setzen die vom Robert-Koch-Institut (RKI) empfohlenen Maßnahmen offenbar schlicht nicht um, wie RKI-Chef Lothar Wieler jüngst durchblicken ließ. Und das trotz mehreren hundert Ausbrüchen in den Schulen.

Wie kommen die Schulen durch die Coronavirus-Pandemie?

Von Pausenkonzepten über Kohortenbildung und eine geänderte Wegführung in den Schulen bis hin zu einem Wechsel von Präsenz- und Distanzunterricht – auf 15 Seiten führt das RKI seine Empfehlungen für einen möglichst sicheren Schulbetrieb auf, offenbar vielfach ungehört.

Das Thema Schulen wird daher auch bei dem Gespräch zwischen Bundeskanzlerin Merkel und den Ministerpräsidentinnen und Ministerpräsidenten der Länder an diesem Montagnachmittag zur Sprache kommen. Das gemeinsame Ziel: flächendeckende Schulschließungen möglichst vermeiden.

Zu dem Thema hatte die Bundesregierung in ihrer ursprünglichen Beschlussvorlage für die Beratungen mit den Ministerpräsidenten der Länder ein Maßnahmenpaket geschnürt, wie sie sich den Schulbetrieb in den kommenden Wochen (oder Monaten) vorstellt. Doch am Morgen hieß es, dass man voraussichtlich doch keine schärferen Schritte für die Schulen beschließen wolle. Stattdessen sollen die Länder bis zur kommenden Woche einen Vorschlag vorlegen, wie die Ansteckungsrisiken im Schulbereich weiter reduziert werden kann.

Doch wohin die Reise geht, macht die ursprüngliche Beschlussvorlage mehr als deutlich. Es sei "angesichts des derzeit schwer einzudämmenden Infektionsgeschehens notwendig, auch die Ansteckungsrisiken im Schulbereich weiter zu reduzieren und die Empfehlungen des Robert-Koch-Instituts und der Nationalen Akademie der Wissenschaften Leopoldina umzusetzen", heißt es darin. Zentral dafür sind nach Ansicht der Bundesregierung fünf Punkte:

  • Alle am Schulbetrieb Beteiligten (Lehrerinnen und Lehrer, Schülerinnen und Schüler) sollen auf dem Schulgelände und auch während des Unterrichts zum Tragen eines Mund-Nasen-Schutzes verpflichtet sein.
  • Um die Abstände untereinander einhalten zu können, sollen die Klassengrößen halbiert werden. Ist dies nicht möglich, sollen größere Unterrichtsräume genutzt werden. Es sollen "ausnahmslos" feste Gruppen, sogenannte Kohorten, gebildet werden.
  • Durch Umorganisation sollen die einzelnen Gruppen räumliche Distanz voneinander halten. Dazu gehört zum Beispiel, dass die  Pausenzeiten geändert werden. Zudem soll es "eine angemessene Lüftungsfrequenz" geben.
  • Das Angebot an Schulbussen soll erhöht werden, sodass auch auf dem Schul- und Nachhauseweg der Mindestabstand von 1,5 Meter eingehalten werden kann. Dafür habe der Bund bereits Geld zur Verfügung gestellt.
  • Sollten einzelne Schülerinnen/Schüler oder gar ganze Klassen oder Schulen unter Quarantäne gestellt werden, soll für alle Betroffenen das Distanzlernen ermöglicht werden.

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In Österreich sind die Schulen wieder geschlossen

Das dürften letztlich die Regierungschefs und -chefinnen der Länder nicht anders sehen. Ob sie jedoch alle in einer Woche den von der Bundesregierung vorgeschlagenen Weg mitgehen, ist eine andere Frage. Was passieren kann, wenn die Corona-Lage vollends außer Kontrolle gerät, haben Eltern, Schülerinnen und Schüler, Lehrerinnen und Lehrer im Frühjahr erlebt – und bei den Nachbarn in Österreich ist es inzwischen wieder soweit, dass die Schulen schließen.

kng

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