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Crystal-Meth-Vorwurf: SPD-Politiker Hartmann tritt nach Drogen-Razzia zurück

Nach einer Drogen-Razzia hat SPD-Politiker Michael Hartmann sein Amt als innenpolitischer Sprecher aufgegeben. Die Ermittlungen stehen offenbar im Zusammenhang mit der Modedroge Chrystal Meth.

Der innenpolitische Sprecher der SPD-Bundestagsfraktion, Michael Hartmann, ist nach Drogenvorwürfen zurückgetreten. "Hintergrund ist, dass die Berliner Staatsanwaltschaft strafrechtlich Ermittlungen gegen Michael Hartmann aufgenommen hat", teilte die Parlamentarische Geschäftsführerin Christine Lambrecht am Mittwochabend in Berlin mit. Zuvor hatte der Bundestag wegen des Drogenverdachts die Immunität des Innenexperten aufgehoben.

Die Staatsanwaltschaft bestätigte, dass die Privatwohnung des Abgeordneten durchsucht wurde. "Es geht um den Verdacht eines Verstoßes gegen das Betäubungsmittelgesetz", sagte ein Sprecher. Nach Informationen der Nachrichtenagentur DPA aus Parlamentskreisen und Berichten der "Bild"-Zeitung stehen die Ermittlungen im Zusammenhang mit der Modedroge Crystal Meth.

"Engagierter und rechtsbewusster Politiker"

"Die SPD-Bundestagsfraktion unterstützt die Arbeit der Staatsanwaltschaft. Die Vorwürfe müssen schnell und umfassend aufgeklärt werden", betonte Lambrecht. Aus Rücksicht auf die Ermittlungen werde es keine weitere Kommentierung durch die Fraktion geben. Die rheinland-pfälzische SPD zeigte sich überrascht und schockiert von den Ermittlungen der Staatsanwaltschaft. "Wir kennen Michael Hartmann seit vielen Jahren als engagierten und rechtsbewussten Politiker", hieß es in einer Mitteilung. Da zunächst die Unschuldsvermutung gelte und es sich um laufende Ermittlungen handele, gebe es keine weiteren Äußerungen.

Hartmann sitzt seit 2002 im Bundestag, er ist auch Mitglied im Parlamentarischen Kontrollgremium. Der 51-jährige Rheinland-Pfälzer war zunächst für eine Stellungnahme nicht zu erreichen.

ivi/DPA/AFP / DPA