CSU-Machtkampf Stoiber dementiert Präferenz für Seehofer


Bayerns Ministerpräsident Edmund Stoiber hat Spekulationen über eine Präferenz für Horst Seehofer zurückgewiesen. Einem Magazinbericht zufolge soll sich Stoiber "im kleinen Kreis" für den Bundesminister stark gemacht haben.

Im Machtkampf um den CSU-Vorsitz hat Bayerns Ministerpräsident Edmund Stoiber Spekulationen über eine Präferenz für Bundesagrarminister Horst Seehofer zurückgewiesen. Der CSU- Vorsitzende sehe sich im Wettstreit um seine Nachfolge zwischen Seehofer und dem bayerischen Wirtschaftsminister Erwin Huber als fairer Schiedsrichter, sagte ein Sprecher am Samstag in München. "Ziel Stoibers ist, dass diese Konkurrenz fair und diszipliniert ausgetragen wird."

Laut einem Bericht des "Focus" soll sich Stoiber für Bundesagrarminister Horst Seehofer als Nachfolger ausgesprochen haben. "Im kleinsten Kreis" habe der bayerische Ministerpräsident vor wenigen Tagen überraschend seine Präferenz für den CSU-Vize erkennen lassen, berichtete das Magazin unter Berufung auf einen Vertrauten Stoibers vorab. Zwar habe Stoiber bei dem Gespräch gesagt, dass er Seehofers Konkurrent um den Parteivorsitz, dem bayerischen Wirtschaftsminister Erwin Huber, menschlich näher stehe und dessen jahrelange Loyalität außerordentlich schätze. Mit Blick auf die Erfolgsaussichten der CSU - insbesondere bei der Bundestagswahl im Herbst 2009 - sei ein Parteivorsitzender Seehofer aber vermutlich die wirkungsvollere Lösung.

Einzelgespräche in der kommenden Woche

Wie die "Berliner Zeitung" berichtete, will Stoiber im Streit zwischen seinen Nachfolgekandidaten bereits kommende Woche Einzelgespräche führen. Ein Krisengespräch mit Seehofer, Huber und mehreren anderen CSU-Spitzenpolitikern am Freitag hatte keine Lösung erbracht. Beide Kandidaten hielten an ihrer Bewerbung fest. Stoiber hatte sich aber zuversichtlich gezeigt, dass in den nächsten zwei bis drei Wochen eine Einigung gefunden werden kann. Gleichzeitig schloss er nicht aus, dass erst der Parteitag Ende September über den künftigen CSU-Chef entscheiden wird.

Huber zeigte sich optimistisch, dass eine Einigung erzielt werden kann. Sein Ziel sei es, die Aufgaben der Zukunft auf mehrere Schultern zu verteilen, sagte er der "Passauer Neuen Presse". Teamgeist und Mannschaftsgedanke würden künftig in der CSU noch mehr gefordert sein.

DPA/Reuters DPA Reuters

Mehr zum Thema


Wissenscommunity


Newsticker