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Einschätzung von EADS: Drohne "Euro-Hawk" könnte wieder fliegen

Ein Vertreter des Luft- und Raumfahrtkonzerns EADS hat bestätigt, dass der "Euro-Hawk" eine vorläufige Verkehrszulassung erhalten könnte. Eine militärische Zulassung birgt jedoch erhebliche Mehrkosten

Der Abbruch des #link;Armin Weigel/dpa;Drohnenprojekts "Euro Hawk"# war nach Einschätzung aus EADS-Kreisen unnötig. "Verteidigungsminister Thomas de Maiziere könnte anordnen, dass die derzeitig existierende 'Demonstrator-Drohne' mit der vorläufigen Verkehrszulassung weiterfliegt", sagte ein hochrangiger Vertreter des europäischen Luft- und Raumfahrtkonzerns EADS der Nachrichtenagentur Reuters am Dienstag. Eine finale militärische Zulassung sei dagegen tatsächlich nur mit Mehrkosten zu erreichen, da die militärische Zulassungsstelle in Deutschland zum Beispiel den US-Software-Standard des "Euro Hawk" nicht akzeptiere.

Die Mehrkosten für den zusätzlichen Zertifizierungsaufwand wie etwa das Umschreiben der Software habe der Drohnenhersteller Northrop Grumman in einer ersten Schätzung im Oktober 2012 auf etwa 200 Millionen Euro veranschlagt, hieß es. Einen Fixpreis könne das Unternehmen nicht nennen. Das Verteidigungsministerium geht dagegen von zusätzlichen Kosten in Höhe von 500 bis 600 Millionen Euro aus. "Wir wissen nicht, wie das Ministerium zu dieser Zahl kommt", hieß es in EADS-Kreisen.

Das Verteidigungsministerium hatte das Projekt wegen der hohen Mehrkosten kürzlich gestoppt. Die Opposition wirft Verteidigungsminister Thomas de Maiziere vor, das Vorhaben zu spät beendet und deshalb Hunderte Millionen Euro in den Sand gesetzt zu haben. Die Drohne wurde vom US-Konzern Northrop Grumman gebaut, die Sensorik von der EADS-Tochter Cassidian.

amt/Reuters / Reuters