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Ende der Pandemie Deutschland muss bei Corona schleunigst von Dänemark lernen

Menschen drängen sich in der Nacht vor einem Nachtclub
Menschen drängen sich in der Nacht vor einem Nachtclub. Dänemark definiert Covid-19 künftig nicht mehr als eine Pandemie, die in einem hohen Grad die Gesundheit der Bevölkerung bedroht. Dabei geholfen haben eine hohe Impfquote und Digitalisierung. Deutschland muss daher von Dänemark lernen, meint unser Autor. 
© Olafur Steinar Gestsson/Ritzau Scanpix/AP / DPA
Im Frühjahr 2022, mutmaßen Experten, ist die Corona-Pandemie in Deutschland vorbei. In Dänemark hingegen erklärt man die Pandemie schon jetzt für beendet und lebt wieder ein normales Leben. Die Bundesregierung muss endlich von Dänemark lernen, meint unser Autor.

Wir haben gelernt, mit dem Coronavirus zu leben. Tests und Impfnachweise gehören zu unserem Alltag. Aber wir wollen (und müssen) irgendwann in einen Zustand, in dem das Virus nicht unseren Alltag bestimmt. Dieser Wunsch ist mehr als nachvollziehbar. Aber wann wird das sein?

Der Epidemiologe Alexander Kekulé meinte bei "Markus Lanz", man sei im "Endspiel der Pandemie" angekommen. Sein Kollege Klaus Stöhr geht davon aus, dass die Corona-Pandemie in Deutschland im kommenden Frühjahr vorbei ist. Und der Chef der Kassenärztlichen Bundesvereinigung, Andreas Gassen, sagte: "Ich gehe davon aus, dass im Frühjahr 2022 Schluss sein wird mit Corona."

Dänemarks Impfkampagne läuft besser

Dennoch: Bis zum Frühjahr sind es noch ein paar Monate und ein schwieriger Winter steht vor uns, der wegen der hohen Impfquote aber wahrscheinlich nicht so hart ausfällt wie der letzte.

Da kann man schon neidisch auf unsere dänischen Nachbarn sein. In Dänemark wird die Corona-Pandemie nicht mehr als bedrohlich oder kritisch für die Gesellschaft eingestuft. Restriktionen zum Schutz vor dem Virus sind so gut wie abgeschafft, Masken trägt kaum jemand mehr. Und das alles, ohne exponentielles Wachstum der Infektionszahlen. Die Neuinfektionen bleiben auf einem relativ gleichbleibenden Niveau oder steigen nur leicht.

Das alles war möglich durch viele Faktoren, allen voran die hohe Impfquote. In Dänemark sind bereits 72 Prozent der Gesamtbevölkerung vollständig geimpft, während es in Deutschland 61 Prozent sind. Es wurde auch wie verrückt getestet, teilweise sogar mehr als die Hälfte der Bevölkerung in einer Woche. 

Digitalisierung half Dänemark im Kampf gegen Corona

Es ist aber nicht nur die Impfquote, die Dänemark geholfen hat, die Pandemie besser zu überstehen und zu überwinden: Da wäre zudem ein vorbildliches Gesundheitssystem, das über Steuern finanziert und durchdigitalisiert ist. Es gibt elektronische Patientenakten, Verschreibungen, Überweisungen und Gesundheitsportale für die Bürger:innen. So konnten die älteren und vulnerablen Menschen bei der Impfkampagne schneller erreicht werden.

Die Digitalisierung half Dänemark auch bei der Kontrolle der Infektionslage. Schon früh setzte das Land auf einen "Corona-Pass", mit dem man in Restaurants oder ins Kino gehen konnte.

Die neue Regierung muss von Dänemark lernen!

Natürlich weiß man auch nicht, wie Dänemark durch den Herbst und den Winter kommen wird. Die Regierung ist daher wachsam und bereit, wieder durchzugreifen, wenn es nötig ist.

Aber die Zahlen in Dänemark sprechen für sich. Deshalb sollte der neue Kanzler oder die neue Kanzlerin schnellstmöglich gemeinsam mit den zuständigen Minister:innen für Gesundheit und Digitales nach Kopenhagen fahren. Eigentlich sollte das gesamte neue Kabinett in einen Reisebus steigen und sich in Dänemark zeigen lassen, wie es besser gehen kann. Das hätte schon die aktuelle Bundesregierung tun sollen.

Die verschlafene Digitalisierung und die schnarchnasige Einstellung dazu muss endlich überwunden werden. Dänemark hat mit Erfolg bewiesen, dass in ihr viele Vorteile stecken. Die neue Bundesregierung muss da schleunigst anpacken. Die amtierende hat schon zu viel verpennt und verschludert in der Corona-Pandemie.

Doch auch die deutsche Bevölkerung kann sich die Nachbarn im Norden zum Vorbild nehmen: Denn ohne hohe Impfbereitschaft und positiver Einstellung gegenüber Digitalisierung und Gesundheitssystem wären der Erfolg des Landes und die Rückkehr zur Normalität auch schwer machbar gewesen.


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