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Ex-Wirtschaftsweiser Rürup warnt vor einer Verschiebung der Rente mit 67

Der frühere Chef der Wirtschaftsweisen, Bert Rürup, hat vor einer Verschiebung der für 2012 geplanten schrittweisen Einführung der Rente mit 67 gewarnt.

Der frühere Chef der Wirtschaftsweisen, Bert Rürup, hat vor einer Verschiebung der für 2012 geplanten schrittweisen Einführung der Rente mit 67 gewarnt. Das Argument, die Erhöhung der Altersgrenze mit dem Hinweis auf eine niedrige Beschäftigungsquote der Älteren zu verschieben, akzeptiere er nicht, sagte der Rentenexperte der "Passauer Neuen Presse". Zum einen sei die Beschäftigungsquote der Älteren in den letzten fünf Jahren deutlich gestiegen und zum anderen begünstige die demografische Entwicklung eine weitere Erhöhung. "Die Bevölkerung im erwerbsfähigen Alter wird in den nächsten Jahrzehnten deutlich schneller zurückgehen als die Gesamtbevölkerung", warnte Rürup.

Die Debatte, die die Rente mit 67 nur als eine Maßnahme ansehe, um den Anstieg des Rentenversicherungsbeitrags zu dämpfen, sei "verkürzt". Die positiven wachstumspolitischen Gründe würden übersehen. Mit der Lebenserwartung steige die Rentenbezugsdauer. "Die damit verbunden Kosten sind real, sie können nicht wegreformiert sondern nur verteilt werden," so Rürup. Die Rente mit 67 bedeute, dass diese Kosten bei denjenigen angelastet würden, die in den Genuss einer höheren Rentenlaufzeit kommen. Wolle man dies nicht, so fielen diese Kosten dennoch an und müssten dann entweder von den Beitrags- und Steuerzahlern oder in Form eines niedrigeren Rentenniveaus von den Bestandsrentnern getragen werden. "Das Rentensystem ist nun einmal keine Kuh, die im Himmel frisst und auf der Erde gemolken werden kann", betonte Rürup.

Reuters Reuters

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