Familienatlas Potsdam ist für Familien Spitze


Spieglein, Spieglein an der Wand: Welches ist die familienfreundlichste Stadt im Land? Die Antwort gibt der "Familienatlas" von Bundesministerin von der Leyen. Darin wurden 439 Städte und Landkreise auf Familienfreundlichkeit untersucht.

Potsdam ist die familienfreundlichste Stadt Deutschlands. Unna in Nordrhein-Westfalen gehört dagegen zu den Schlusslichtern. Dies zeigt der neue "Familienatlas", den Bundesfamilienministerin Ursula von der Leyen (CDU) am Donnerstag in Berlin vorstellte. Mit ihm wurden alle 439 Städte und Landkreise nach Familienfreundlichkeit untersucht.

Berlin ist "gefährdete Region"

Unter den 40 größten Städten liegt Dresden vorne und Wuppertal am Ende der Bewertung der Vereinbarkeit von Familie und Beruf, des Wohnungs-, Kita-, Schul- und Freizeitangebots. Die Städte und Landkreise in Ostdeutschland sind bei diesen Kriterien durchweg kinderfreundlicher als die Kommunen in den West-Länder. Berlin nimmt einen mittleren Rang ein und zählt familienpolitisch zu den "gefährdeten Regionen".

Mit dem von der Prognos AG erstellten "Familienatlas" will von der Leyen den Städten und Landkreisen ein Instrument an die Hand geben, um die Lebensbedingungen für Familien zu verbessern. "Vor allem die westdeutschen Landkreise müssen mehr tun", sagte sie. Sie seien sonst langfristig von der Abwanderung junger Familien bedroht.

Erheblicher Nachholbedarf in NRW und Bayern

Der Präsident des Deutschen Industrie- und Handelskammertages, Ludwig Georg Braun, warb für gut ausgestattete Kita- und Schulplätze als Voraussetzung für die Ansiedlung von Firmen. Von 81 Kammern seien inzwischen 74 Mitglieder der Bündnisse für Familie, die es deutschlandweit gibt. Er sprach sich gegen einen "Wettbewerb" zwischen Betriebskitas und kommunalen Betreuungseinrichtungen aus. Vor allem in der Fläche sei die Unterstützung kommunaler Kitas besser.

Der "Familienatlas" zeigt, dass es etwa in Nordrhein-Westfalen und Bayern trotz besserer Wirtschaftsbedingungen noch erheblichen Nachholbedarf bei der Vereinbarkeit von Familie und Beruf, bei bezahlbaren Wohnungen und guten Kita und Schulangeboten gibt.

Nordfriesland gehört zu den Topregionen

Zu den Top-Regionen für Familien zählen Nordfriesland, Schleswig- Flensburg, Main-Tauber-Kreis, Kitzingen, Erlangen, Bernkastel- Wittlich, Landau, Baden-Baden, Tübingen, Breisgau-Hochschwarzwald und Garmisch-Partenkirchen.

In den ostdeutschen Regionen zahlen sich laut von der Leyen die Investitionen in die Familienfreundlichkeit und die besseren schulischen Rahmenbedingungen langsam aus. Wenn dazu noch die Ansiedlung von Betrieben kommt, sei eine Trendumkehr bei der Abwanderung junger Familien möglich. So steigt die Geburtenrate in der Stadt Görlitz und im Muldentalkreis inzwischen wieder um mehr als 20 Prozent an und liegt jetzt auf westdeutschem Niveau.

Freizeitwert in Kleinstädten Spitze

Dass die Geburtenrate aber nicht allein von einer familienfreundlichen Infrastruktur abhängt, zeigt der "Familienatlas" auch. Die meisten Kinder werden nach wie vor dort geboren, wo das Angebot an Krippen und Kindergärten spärlich ist wie im westlichen Niedersachsen.

Beim Freizeitwert sind die kleineren und mittleren Städte an der Spitze. Bei den Städten liegen mit den Freizeitangeboten für Kinder und Jugendliche Freiburg, Stuttgart und Münster vorne. Dortmund, Oberhausen und Duisburg sind Schlusslichter.

DPA DPA

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