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FDP-Führungskrise Steinmeier schreibt Westerwelle ab


Vor der Bundestagswahl hatte er noch um ihn gebuhlt, nun hält SPD-Fraktionschef den FDP-Vorsitzenden Westerwelle für so gut wie erledigt. In einer Umfrage forderten 49 Prozent der Bürger, Westerwelle solle zurücktreten.

Der Vorsitzende der SPD-Bundestagsfraktion, Frank-Walter Steinmeier, glaubt nicht, dass Guido Westerwelle sich als Parteichef der FDP halten kann. "In Parteien ist es ein langer Weg, bis Enttäuschungen aufgearbeitet sind. Ob die FDP Westerwelle dafür die Zeit gibt, bezweifle ich", sagte Steinmeier der "Bild am Sonntag". Die Ursache für den Absturz der Liberalen sieht er in gebrochenen Wahlversprechen Westerwelles: "Er ist Vorsitzender einer Partei, die sich mit einer Wählertäuschung in die Regierung gebracht hat." Statt der versprochenen Steuerentlastungen und sinkenden Abgaben sähen die Bürger sich jetzt etwa mit steigenden Kosten der Krankenversicherung konfrontiert.

Viele Deutsche sprechen sich derweil einer Umfrage zufolge für einen Rücktritt Westerwelles aus. 49 Prozent forderten in der Befragung im Auftrag des "Focus", der FDP-Chef solle sein Amt in der Partei aufgeben, wie das Nachrichtenmagazin aus seiner neuen Ausgabe berichtete. Große Mehrheit für einen Rücktritt gab es jeweils bei den Anhängern der Oppositionsparteien SPD, Grüne und Linke.

Rückhalt bei der FDP-Basis

Auch bei den Unterstützern der Union forderte eine knappe Mehrheit (51 Prozent) die Demission Westerwelles. Bei den FDP-Anhängern steht hingegen eine große Mehrheit hinter dem Parteichef: 77 Prozent sprachen sich gegen einen Rücktritt aus, nur 14 Prozent waren dafür.

tkr/AFP AFP

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