Flughafen Frankfurt Anschlagsplan war nur ein "Scherz"


Den Terror-Plan auf ein Verkehrsflugzeug in Frankfurt hat einer der sechs Festgenommenen als "Spaß" dargestellt. Der Jordanier aus Mainz behauptet in einem Gespräch mit dem Südwestrundfunk, man habe "Action" machen wollen. Es sei alles nicht ernst gemeint gewesen.

Der Terror-Alarm wegen angeblicher Anschlagspläne auf ein Verkehrsflugzeug in Frankfurt am Main war Medienberichten zufolge übertrieben. Ermittler hätten den Fall wegen Nichtigkeit längst zu den Akten gelegt, als die Bundesanwaltschaft am Montag die Durchsuchung der Wohnungen von sechs Verdächtigen bekannt gab, berichtet die "Süddeutsche Zeitung". Hintermänner habe es keine gegeben.

Der Zeitung zufolge hatten sich Bundesanwaltschaft und Bundeskriminalamt nach monatelangen Ermittlungen Ende Oktober nur deshalb für eine Durchsuchung entschieden, weil sie fürchteten, sonst keine Verlängerung der Telefonüberwachung genehmigt zu bekommen. Es habe sich quasi um eine Aufräumaktion am Schluss einer Untersuchung gehandelt, zitierte das Blatt Sicherheitskreise. Bei der Durchsuchung seien aber weder Sprengstoff noch andere gefährliche Gegenstände gefunden worden.

"Alles nur ein Scherz"

Einer der Verdächtigen sagte einem SWR-Interview zufolge, alles sei nur ein Scherz gewesen. Der SWR zitierte laut Vorabbericht einen der sechs Terrorverdächtigen mit den Worten, man habe "Action" machen wollen. Aber dies sei nicht ernst gemeint gewesen, wurde der namentlich nicht genannte Jordanier zitiert. Der in Mainz lebende Mann erzählte demnach, man habe einem Freund, der auf dem Frankfurter Flughafen arbeite, Geld dafür angeboten, dass er eine Tasche in ein Verkehrsflugzeug einschleuse. "Wir geben dir Geld und du tust uns (die) Tasche in ein Flugzeug", habe der Verdächtige zu dem Freund gesagt. "Und das war Spaß. Die Sache ist hier polizeilich ernst genommen (worden), weil die wissen das nicht, ob das Spaß ist oder Ernst."

Berliner Sicherheitsbeamte kritisierte dem Bericht der SZ zufolge das Vorgehen der Bundesanwaltschaft als übereifrig. "Das schürt Hysterie. Wir müssen in diesem schwierigen Feld jeden Anflug von Alarmismus vermeiden", wurde ein namentlich nicht genannter Beamter zitiert. Ein Sprecher der Bundesanwaltschaft argumentierte dagegen der Zeitung zufolge, man habe keine Panik geschürt und von Anfang an gesagt, dass der Anschlag nicht einmal in die Nähe der Umsetzung gelangt war.

Die Bundesanwaltschaft hatte am vergangenen Freitag sechs Personen festgenommen, weil sie versucht haben sollen, über einen Mittelsmann Sprengstoff in ein Flugzeug zu schmuggeln. Bis auf einen kamen sie tags darauf wieder frei. Laut SWR bleibt die Anklagebehörde bei ihrer Darstellung, wonach weiterhin ein Tatverdacht besteht. Der rheinland-pfälzische Innenminister Karl-Peter Bruch sagte dem Magazinbericht zufolge, er gehe weiterhin von einem begründeten Tatverdacht aus. "Wenn es ein Scherz war, dann war es sehr leichtfertig und sehr gefährlich", wurde der SPD-Politiker zitiert. Auch solche Scherze seien strafbar. Das Interview sollte am Donnerstagabend im SWR-Magazin "Ländersache" ausgestrahlt werden.

DPA/AP AP DPA

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