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Ausspäh-Aktion: Terror-Alarm am Flughafen Stuttgart: Marokkaner warnten deutsche Behörden schon im Vorfeld

Zwei Männer geraten ins Visier der deutschen Polizei, als sie den Flughafen Stuttgart ausspionierten. Doch die Behörden waren vorgewarnt. Einer der Verdächtigen war bereits in der Salafisten-Szene aktiv.

Flughafen Stuttgart

Mit Maschinenpistolen und Schutzwesten: Bundespolizisten patrouillieren am Flughafen Stuttgart

DPA

Die Bundespolizei bleibt in Alarmbereitschaft: Sie lässt den Stuttgarter Flughafen nicht nur durch Spezialeinheiten bewachen, sondern durchsuchte am Freitagmorgen in der Landeshauptstadt auch  mehrere Wohnungen. Dies sagte ein Sprecher Spiegel Online. Grund für diese Maßnahmen sind die Ermittlungen gegen vier Personen. Sie sollen den Flughafen Stuttgart systematisch ausgespäht haben, um dort später einen Anschlag zu verüben, berichten die "Bild"-Zeitung und der Südwestrundfunk (SWR).

Die deutschen Behörden waren schon im Vorfeld gewarnt worden. Der entscheidende Tipp sei von den Geheimdiensten aus Marokko Anfang Dezember gekommen, berichtet der SWR. Personen wollten im deutsch-französischen Grenzgebiet einen Selbstmordanschlag verüben, hieß es. Ziel sei ein Flughafen. Nach Recherchen des SWR übermittelten die Marokkaner an die Deutschen auch Auszüge aus einem verdächtigen Chat. Dort heißt es: "Sie führen Krieg gegen den Islam, meine Brüder und ich sind hier, um sie zu bekämpfen." Ein Teilnehmer fragt: "Werde ich alleine sein?" Darauf die Antwort: "Nein, wir sind mehrere!"

Die Verdächtigen waren schon in Frankreich aufgefallen

Die Marokkaner lieferten den Deutschen dabei gleich die Namen mit. Zwei der Gesuchten seien Vater und Sohn und stammten aus Nordrhein-Westfalen, hieß es. Nach Informationen der "Bild"-Zeitung soll ein dritter Verdächtiger ein Freund des Sohnes sein. Sicherheitsbehörden stufen den Vater als Mitglied der Salafisten-Szene in NRW ein.

Die Warnung ging bereits am 3. Dezember ein. Schon am  13. Dezember fiel der französischen Polizei am Pariser Flughafen Charles de Gaulle ein deutscher Mercedes Sprinter auf. Der Beifahrer sei herausgesprungen und habe hastig Fotos des Terminals gemacht. Dann brausten sie davon. Den Fahrer konnte die Franzosen nicht identifizieren, allerdings den Halter: Es war der Salafist aus NRW, vor dem die Marokkaner gewarnt hatten.

Bereits am 12. Dezember hatte sich die gleiche Szene am Flughafen Stuttgart abgespielt. Auch diesmal entwischten die Männer bevor eine Streife sie festnehmen konnte. Doch ihre Gesichter waren klar auf Überwachungs-Aufnahmen zu erkennen. Nach einem Austausch mit den französischen Kollegen war für die Bundespolizei klar: Das Duo, das die Flughäfen in Stuttgart und Paris ausspionierte, war ein und dasselbe.

Schwere Anti-Terror-Einheiten am Stuttgarter Terminal

Da die Männer sich jedes Mal dem Zugriff der Polizei entziehen konnten, läuft die Fahndung gegen sie und zwei weitere Personen auf Hochtouren. Bis auf weiteres will die Bundespolizei am Stuttgarter Flughafen die schweren BFE+ Einheiten patrouillieren lassen, die auf Anti-Terror-Einsätze geschult sind.

Die verschärften Sicherheitsmaßnahmen treffen den Stuttgarter Airport zur Hauptreisezeit vor dem Weihnachtsfest. Für den heutigen Freitag werden bis zu 35.000 Reisende am Flughafen erwartet, wie eine Sprecherin am Donnerstag mitgeteilt hatte. Das sind rund 10.000 Fluggäste mehr als an anderen Tagen.

sos/tkr