Fluglotsen-Mord Verdächtigter bot Privatdetektiv 10 000 Euro

Verdächtigter im Fluglotsen-Mord bot Privatdetektiv 10 000 Euro für Adresse und Foto des späteren Opfers

Hamburg - Der 48-jährige Russe Witalij Kalojew, Tatverdächtiger im Zürcher Fluglotsen-Mord, hat nach Informationen des stern einem Privatdetektiv 10 000 Euro geboten, um an ein Foto und die Adresse seines späteren Opfers Peter Nielsen zu gelangen. Der Detektiv, so der stern in seiner nächsten Ausgabe, habe jedoch abgelehnt.

Witalij Kalojew, der am 1. Juli 2002 bei der Kollision eines russischen Passagierflugzeugs und einer DHL-Frachtmaschine über Überlingen am Bodensee seine Frau und zwei Kinder verloren hatte, wird verdächtigt, den 36-jährigen dänischen Fluglotsen aus Rache vor dessen Wohnung in Kloten erstochen zu haben. Der Däne war bei dem Flugzeug-Unglück der Dienst habende Skyguide-Fluglotse. Damals kamen 71 Menschen ums Leben.

Wie der stern weiter schreibt, habe Kalojew sein Leben nach dem Flugzeugabsturz als beendet betrachtet und seitdem nie wieder gearbeitet. Nach Angaben seiner Verwandten habe er die meiste Zeit allein in seinem Haus in der ossetischen Provinzstadt Wladikawkas gesessen und die Fotos seiner ausgelöschten Familie betrachtet, die er überall im Haus aufgehängt habe.

Der Hamburger Rechtsanwalt Wolfgang Vehlow, der Hinterbliebene der Opfer vertritt, sieht nach stern-Informationen gute Chancen auf einen Schadensersatz-Prozess in den USA. Dort wurde die Telefonanlage hergestellt, die in der Nacht des Unglücks nicht funktionierte. Ein Mitarbeiter der deutschen Flugsicherung in Karlsruhe hatte vergeblich versucht, seinen Kollegen im schweizerischen Kloten anzurufen und Nielsen davor zu warnen, dass sich zwei Maschinen auf Kollisionskurs befänden. Bereits im November 2003 hatte sich Skyguide mit den Angehörigen der bei dem Absturz getöteten russischen Crew auf Entschädigungszahlungen geeinigt.


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