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Franz Müntefering: "Was sind das für Waschlappen?!"

Franz Müntefering ist zurück. Einige Wochen nach dem Tod seiner Frau startete er in München sein politisches Comeback mit einer umjubelten Rede auf einer Wahlkampfveranstaltung der SPD. Der Westfale teilte munter gegen die politische Konkurrenz aus und stahl dem Gastgeber die Schau.

Von Sebastian Christ, München

Don Quichotte ritt gegen Windmühlen, Franz Maget redet mit Wirbelsäulen: Er hat an diesem Abend einfach keine Chance. Es sind zwar zahlreiche Fernsehteams und Fotografen und Textjournalisten zu seiner Rede im voll besetzten Münchner Hofbräukeller gekommen, doch sie interessieren sich nicht für ihn. Schlimmer noch: Sie drehen dem bayerischen SPD-Chef den Rücken zu. Was auf der Bühne abläuft, interessiert nur wenige, so lange Franz Müntefering in der ersten Reihe sitzt und an seinem Glas nippt. Er ist der Star der Veranstaltung, wenngleich nur Gastredner. Eingekeilt von Objektiven - egal, was er macht. Ein Blitzlichtflackern bricht sich in den Brillengläsern des Sauerländers, als das Weißbier seine Lippen erreicht. Maget spricht im Hintergrund: "Auch Bayern wird gerechter werden, wenn die Sozialdemokraten in der Regierungsverantwortung sind." Müntefering stellt sein Glas ab. Schon wieder Blitzlichtgewitter.

Es sollte eigentlich eine Wahlkampfveranstaltung für die bayerische SPD werden. Ende des Monats ist Landtagswahl. Was aber am Mittwochabend viel mehr Interesse erregte, war das politische Comeback von Franz Müntefering.

Zur Pflege seiner schwerkranken Frau hatte er sich 2007 aus der aktiven Politik zurückgezogen - ein Entschluss, der ihm viel Respekt einbrachte. Vor vier Wochen war Ankepetra gestorben. Jetzt will Müntefering offensichtlich wieder im Parteiengeschäft mitmischen. Den Vorschlag für den Auftritt in München hatte er selbst gemacht. Dass sich auch die Münchner Veranstalter von vornherein über die Bedeutung ihres Gastes im Klaren waren, zeigt allein schon die Rednerfolge: Ein paar einleitende Worte von der lokalen Parteigröße Adelheid Rupp, dann erst Maget, und zum Schluss Müntefering. Normalerweise hält bei solchen Wahlkampf-Anlässen der Spitzenkandidat die abschließende Rede, damit seine Worte den Saalgästen am besten in Erinnerung bleiben. Aber an diesem Abend ist alles ein wenig anders.

Fotografen schwer im Zaum zu halten

Magets Saalordner haben Mühe, den Medientross in Zaum zu halten. Sie befehlen den Fotografen, sich niederzuknien - damit das Publikum wieder freie Sicht zum Podium hat. Doch die Bildjournalisten knipsen in der Hocke weiter ihre Münte-Fotos.

"Nach 50 Jahren ist es Zeit, mal anständige, ordentliche und demokratische Verhältnisse im bayerischen Landtag durchzusetzen", sagt Maget. "Mittlerweile sind wir in Berlin die Stimmungskanonen. Am 28.9. zeigen wir unseren Freunden in Berlin, dass man gewinnen kann, wenn man zuversichtlich und selbstbewusst ist." Der bayerische SPD-Vorsitzende wird zwar menschlich hoch angesehen. Doch diese Sätze reißen nicht jeden im Saal vom Hocker.

Franz Müntefering hüpft mit einem Satz auf die etwa einen Meter hohe Bühne. Er nimmt Maget kurz in den Arm, zeigt die Siegerdaumen. Dann übernimmt der Sauerländer das Mikrofon. Maget bekommt ein Helles und darf sich auf Müntes Stuhl setzen.

Gleich zu Beginn teilt Müntefering ein paar verbale Leberhaken an die bayerische Landesregierung aus. "Der Strauß, der war noch Klasse A. Sein blonder Jünger (gemeint ist Edmund Stoiber, Anmerkung d. Red.) hat gut bei ihm gelernt. Und jetzt gibt es eben Huber und Beckstein…". Und weiter: "Die beiden glauben in einem Schaukelstuhl zu sitzen, in Wahrheit ist es eine Rutsche. Was sind das für Waschlappen! Angst vor der Verantwortung, Angst vor der Regierung. Das ist das, was die beiden auszeichnet." Was Müntefering sagt, muss wie eine verbale Ohrfeige für alle aktiven Spitzen-Sozis in Deutschland wirken. Kaum jemand kann ihm in Sachen politischen Instinkt das Wasser reichen. Der Westfale schafft es, Bierzeltatmosphäre nach München zu bringen. "Ein heißes Herz und klare Kante, das ist jetzt das, was wir brauchen. Es riecht nach Schweiß. Aber ein heißes Herz und eine klare Kante, das ist besser als die Hosen voll zu haben."

Maget sitzt in der ersten Reihe und nippt an einer Maß Hofbräuhaus. Völlig ungestört und ohne Blitzlichtgewitter.

Münteferings Hemd ist schweißnass

"Die Konservativen sind brauchbar für die fetten Jahre", sagt Müntefering. "Aber wenn es Anständigkeit erfordert, ist es besser, wenn die Sozialdemokraten das Steuer in der Hand haben." Er gestikuliert immer stärker. Er ballt Fäuste, betet, spreizt die Finger. Sein Hemd ist schon bald schweißdurchtränkt. Ein Ordner bringt ihm ein Tuch, damit er sich wenigstens die Tropfen von der Stirn wischen kann. Müntefering sagt ihm: "Es kann ruhig jeder sehen, dass ich schwitze." Das Publikum johlt.

In seiner 40-minütigen Rede verteidigt er immer wieder die Agenda-Politik der Regierung Schröder. "Wir haben etwa zwei Millionen Menschen mehr in Beschäftigung als noch 2005. Wer das beiseite schiebt, irrt", sagt Müntefering. "Wir dürfen uns nicht dafür genieren, dass wir gute Sachen gemacht haben, zum Beispiel, dass wir Deutschland aus dem Schlaf der 90er Jahre gerissen haben." Und obwohl nicht wenige Sozialdemokraten genau in der Schröder-Ära den Grund für die Dauerkrise sehen: Münte darf alles sagen. Er ist Kult und wird von der Basis quasi-kultisch verehrt.

Zehn Gründe nennt Müntefering, warum Bayern Ende September SPD wählen soll. Der letzte und abschließende Punkt: Franz Maget. Danach ruft Müntefering die Genossen noch auf, bis zum Schluss zu kämpfen. "Wenn euch einer sagt, er habe den Schröder gut gefunden, dann erzählt ihm bitte nicht, er solle vorher noch mal das Hamburger Parteiprogramm lesen. Nehmt einfach seine Kreuze, es gibt noch viele davon." Das Publikum steht auf und applaudiert. Minutenlang. Maget hatte diesen Jubel nicht bekommen, Er steigt noch mal auf die Bühne und posiert mit einem der letzten massentauglichen Spitzensozis.

Am Ende des Abends geht Müntefering zuerst von der Bühne. Er packt an seinem Tisch seinen Kalender ein, auch seine Silberdose mit den Zigarillos. Kaum ist er an seinem Platz, hat sich wieder ein dichter Fotografenring um ihn herum gebildet. Einige Sekunden später kommt Franz Maget von hinten, will auch an den Tisch: "Ich muss zu meinem Jacket kommen. Irgendwie." Sekunden lang steht er da und kommt nicht durch. Weil niemand ihn hört.

kann man sich gegen eine maßnahme vom jobcenter wehren?
hallo. ich bin quasi arbeitsunfähig seit meinem 18ten lebensjahr. ich wiege 200 kg und habe eine betreuung weil ich sonst gar nichts schaffen würde. sie bringt mich zu terminen und begleitet mich zu arzt besuchen. das einzige was ich noch alleine kann ist einkaufen und das auch nur weil es nunmal lebensnotwendig ist ,jedoch bin ich danach total erschöpft und fertig.ich kann keine 200 meter mehr laufen.und mal ganz abgesehen von meiner körperlich verfassung leide ich seit meiner kindheit an starken depressionen,borderline,panikattacken,einer traumatischen belastungsstörung und angstzuständen. ich bin demnach körperlich sowie auch psychisch ziemlich fertig. gestern war ich beim amtsarzt zur begutachtung sowie auch einmal vor 2 jahren. und die ärztin sagt mir ernsthaft,das es zumindest köperlich nicht ausreichen würde das ich weiterhin krank geschrieben werden kann und sagte,das eine maßnahme sicherlich gut sein kann.und das obwohl ich bereits sagte,das ich körperlich unfähig bin irgendwas alleine zu schaffen und ,meine betreuerin mich überallhin begleiten muss.(ich habe kein auto)ich bin vollkommen entsesetzt und habe nun angst das sie mich in eine maßnahme stecvken welche ich einfach nicht schaffe und sie mir dann das minum an geld nehmen welches ich bekomme und ich dann verhungernd und auf der starße leben muss,eben weil es ein ding der unmöglichkeit für mich darstellt.kann man sich da irgendwie wehren?sie sagt sie findet ich sei zu jung um berentet zu werden (28).ich habe gerade wirklich angst.kann man einen menschen zwingen etwas für ihn unmögliches zu tun?ich hab das gefühl die wollen irgendeine quote erfüllen und solange man die arme bewegen kann,ist man arbeitsfähig...hilfe :(