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G20-Dauereinsatz: Wenn Polizisten wie Hunde auf dem nackten Boden schlafen müssen

Fürsorge und gute Planung sieht anders aus: Während des G20-Gipfels in Hamburg gaben diese Polizisten alles. Dass sie nach 48 Stunden Dauereinsatz auch mal schlafen müssen, hat offenbar niemand bedacht.

Der "Ruherraum" für Polizisten.

Der "Ruherraum" für Polizisten.

Der G20-Gipfel in Hamburg verlangte den Polizisten und Einsatzkräften alles ab. Viele Bürger und Bürgerinnen bekunden ihren Respekt und ihr Mitgefühl mit den Polizisten. Gerade weil das Einsatzkonzept der Führung insgesamt wohl als gescheitert bezeichnet werden kann, wurden die einfachen Beamten umso mehr gefordert. Es gibt nicht nur rund 200 Verletzte. Thomas Mohr, Vorsitzender der Gewerkschaft der Polizei (GdP) in Baden-Württemberg, hat auf Facebook ein Foto geteilt, das den Polizei-Alltag während des Gipfels illustriert.

Polizisten schlafen in voller Einsatzmontur

In einem Hausflur liegen erschöpfte Polizisten auf dem Boden. Nach 48 Stunden Dauereinsatz schlafen sie, als wären sie zusammengebrochen. Sie liegen in voller Montur auf den nackten Fliesen, ohne Decken oder Iso-Matten. Keine Getränke, keine Speisen. Nichts. Es wirkt ganz so, als hätte die Einsatzleitung einfach vergessen, dass diese "Kräfte" keine Maschinen sind, sondern Männer und Frauen mit natürlichen Belastungsgrenzen. Überall im Stadtgebiet gibt es offizielle Gebäude, in denen man mit wenig Mitteln, Räume zur Regeneration hätte einrichten können. Ein stärkerer Kontrast zum offiziellen Prunk- und Feierprogramm des G20-Gipfels ist kaum denkbar.

Enttäuschung der Beamten

Das ist bereits eine Schande für Einsatzleitung und Politik. Doch besonders wütend ist Mohr, weil solche Bilder offiziell nie gezeigt, sondern unterdrückt würden. Auch hier trauen sich die Beamten offenbar nicht, das Foto selbst zu veröffentlichen. Sie schicken es an den sakrosankten Gewerkschaftsvorsitzenden, mit der Bitte es publik zu machen. Über ihre Motive kann man nur spekulieren, doch vermutlich haben sie Angst vor Sanktionen.

Dieses "Unter den Tisch kehren" kann es in der eines demokratischen Staats nicht geben. Nur in einem irrt sich Thomas Mohr. Die Medien unterdrücken solche Informationen nicht. Wir zeigen, unter welchen Bedingungen Polizisten arbeiten müssen, wenn wir nur die nötigen Informationen bekommen.

Auf finden die Beamten wenigstens Trost und Unterstützung: 

Has-Jürgen C: "....nur um den Arsch der Politiker freizuhalten...schämt euch so mit den Einsatzkräften um zugehen....allen Verletzten der Einsatzkräfte alles Gute und den Verletzten baldige Genesung... und mögen keine Beschädigungen an Leib und Seele zurückbleiben. Danke für diese schweren Einsatz."

Karin D: "Kopfschütteln, dies treibt mir Tränen in die Augen. Jungs ihr habt meinen absoluten Respekt, was ihr auf euch genommen habt. Aber dies habt ihr nicht verdient, wie Hunde in der Hütte euch ausruhen zu müssen."


Der Text:

 

Liebe Facebookgemeinde,

Dieses Foto wurde mir vom G20-Gipfel Einsatz aus , von einem Kollegen zugesandt.

Es zeigt ein Bild von Polizisten, die seit über 48 Stunden eingesetzt sind. Das Foto soll Ihnen, liebe Bürgerinnen und Bürgern, zeigen, wie man bei uns mit der Polizei umgeht. Es ist skandalös, dass man diesen Polizisten, nach einem schweren Einsatz, der für sie lebensbedrohend war, nicht einmal einen vernünftigen Platz zum Regenerieren zur Verfügung stellte. Wie Obdachlose liegen sie in irgendeinem Vorraum herum.

Solche Bilder zeigt man ihnen nicht, weder die Medien noch die offiziellen Stellen.

Darum mache ich dies hier und komme dem Wunsch des Kollegen nach, dieses Foto auf meiner FB Seite zu zeigen.

Meine Kolleginnen und Kollegen in Hamburg leisteten einen lebensgefährlichen Einsatz zum Schutz der Bürger. Sie haben das Maß der persönlichen Belastbarkeit weit überschritten.

Sie haben es einfach nicht verdient, dass man so mit ihnen umgeht!

Deshalb teilen Sie diesen Post mit dem Foto mit ihren Freunden und Bekannten. Meinen weit über 200 verletzten Kolleginnen und Kollegen wünsche ich eine baldige Genesung.

Mit freundlichen Grüßen

Ihr

Thomas Mohr


Kra