Gasprom-Job Schröder will Westerwelle notfalls verklagen


Gerhard Schröder droht FDP-Chef Guido Westerwelle mit einer Klage wegen bestimmter Äußerungen über seinen umstrittenen Job bei Gasprom. Westerwelle will sich aber "den Mund nicht verbieten lassen".

Alt-Bundeskanzler Gerhard Schröder (SPD) will FDP- Chef Guido Westerwelle wegen dessen Kritik an seinem Engagement bei der Ostsee-Pipeline notfalls verklagen. Laut "Bild am Sonntag" fordert Schröders Anwalt von Westerwelle eine strafbewehrte Unterlassungserklärung, eine Richtigstellung und die Übernahme der Kosten. Der FDP-Vorsitzende lehnt dies jedoch strikt ab. Sollte Westerwelle dabei bleiben, will Schröders Anwalt das zuständige Gericht einschalten.

Westerwelle hatte in einem Interview gesagt: "Und natürlich gönne ich Gerhard Schröder jeden Rubel. Ich finde es allerdings problematisch, dass er als Bundeskanzler einer Firma einen Auftrag gegeben hat und dann wenige Wochen nach Amtsübergabe in die Dienste eben jener Firma tritt." Mitte vergangener Woche erhielt Westerwelle Post von Schröders Anwalt Michael Nesselhauf. "Grob unwahr" sei dessen Behauptung.

Westerwelle: "Lasse mir Mund nicht verbieten"

Westerwelle sagte der "Bild am Sonntag": "Ich lasse mir von Herrn Schröder nicht den Mund verbieten." Er rückte auch nicht von seiner Kritik am Altkanzler ab: "Seine Seitenwechsel nach der Bundestagswahl sind unappetitlich und fragwürdig. Wer wie Schröder sein Leben lang politisch geholzt hat, kann nicht plötzlich für sich selbst Naturschutz verlangen."

Hintergrund ist die Berufung Schröders zum Aufsichtsratschef des Ostsee-Pipeline-Konsortiums, einer Tochtergesellschaft des russischen Energiekonzerns Gasprom und der deutschen Unternehmen E.ON und BASF. Kurz vor der Bundestagswahl hatten Schröder und Russlands Präsident Wladimir Putin den Bau der Pipeline unter der Ostsee perfekt gemacht.

DPA DPA

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