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Geburtenrückgang Kinderschutzbund alarmiert angesichts Geburten-Studie


Die Deutschen bekommen immer weniger Kinder und der Kinderschutzbund schlägt Alarm. Der Präsident des Bundes sieht "große Defizite" in der Familienpolitik - und schielt für Lösungen nach Frankreich.

Der Präsident des Deutschen Kinderschutzbundes hat sich angesichts der jüngsten Ergebnisse des Bundesinstituts für Bevölkerungsforschung (BIB) zur Geburtenrate alarmiert gezeigt. Es fehlten hierzulande das "Bewusstsein und die feste Überzeugung, dass Kinder wirkliches Glück ins Haus bringen", sagte Heinz Hilgers der "Passauer Neuen Presse" vom Dienstag. In Frankreich, wo Frauen im Vergleich mehr Kinder bekommen, gebe es da eine "völlig andere Mentalität".

Er sehe "große Defizite bei der Vereinbarkeit von Beruf und Familie", sagte Hilgers der Zeitung weiter. Dabei gehe es auch um die Qualität der Betreuungseinrichtungen. Gewünscht würden besonders von den Höherqualifizierten "keine Massen-Kindertagesstätten, sondern qualitativ hochwertige Angebote", sagte der Präsident des Kinderschutzbundes. "Es darf uns nicht ruhen lassen, dass die Hälfte der jungen Akademikerinnen in Deutschland kinderlos bleibt."

Das BIB nennt in seiner am Montag veröffentlichten Studie als Grund für das anhaltend niedrige Geburtenniveau vor allem die mangelnde Vereinbarkeit von Beruf und Familie. Außerdem macht demnach vielen Frauen die noch immer mangelnde Akzeptanz von arbeitenden Müttern vor allem im Westen zu schaffen.

Auch der Präsident der Bundesvereinigung der Deutschen Arbeitgeberverbände (BDA), Dieter Hundt, bezeichnete den Ausbau des Kinderbetreuungsangebots als "höchste Priorität". Die Vereinbarkeit von Beruf und Familie sei "eines der zentralen Anliegen der deutschen Arbeitgeber", sagte er den "Ruhr Nachrichten" vom Dienstag. Das könne allerdings nur gelingen, wenn alle gesellschaftlichen Akteure zusammenarbeiteten.

kmi/DPA DPA

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