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Gefechte in Libyen Opfer des Bürgerkrieges zur Behandlung in Deutschland


Die ersten libyschen Verletzten sind zur Behandlung in Hamburg eingetroffen. Die Bundesregierung hatte in der vergangenen Woche Hilfe für bis zu 150 Opfer des Bürgerkrieges zugesagt. Am Dienstag sollen weitere Verletzte folgen, darunter drei Kinder. Währenddessen meldet der Nationale Übergangsrat in Libyen erste Erfolge im Kampf um die Stadt Bani Walid.

Nach dem Hilfsangebot der Bundesregierung an Libyen sind fünf schwer verletzte Opfer des Bürgerkrieges in Hamburg eingetroffen und untersucht worden. Zum Zustand der Männer zwischen 23 und 30 Jahren konnte ein Sprecher der Hamburger Asklepios Kliniken am Montagmorgen zunächst nichts sagen. Bei ihrer Ankunft seien sie jedoch euphorisch und froh gewesen, in Deutschland zu sein. Ein 50-köpfiges Team kümmert sich in der Westklinik in Hamburg-Rissen um die libyschen Patienten, die an Verletzungen der Wirbelsäule, Gefäßen und Knochen leiden.

Ursprünglich war angekündigt worden, dass in einem ersten Schritt an diesem Dienstag 40 schwer verletzte Libyer nach Deutschland kommen. Früher als erwartet landete jedoch bereits am Sonntagabend die erste Maschine mit Patienten in Hamburg-Fuhlsbüttel. Am Dienstag werden nach Angaben der Klinik zehn weitere Verletzte erwartet, darunter drei Kinder. Sie sollen in der Kinderchirurgie der Hamburger Klinik Nord aufgenommen werden.

Bundeswirtschaftsminister Philipp Rösler (FDP) hatte am Donnerstag bei einem Besuch in Tripolis die Behandlung von bis zu 150 Verletzten in Deutschland angekündigt. Es handele sich zum Teil um Milizionäre des libyschen Übergangsrats.

Erste Erfolge im Kampf um die Stadt Bani Walid

Nach Angaben des Auswärtigen Amts sollen die Verletzten in Bundeswehrkrankenhäusern behandelt werden. Auch der Transport der Verwundeten wird demnach von der Bundeswehr übernommen. Die Hilfe werde auf Bitten des Übergangsrats in Libyen geleistet, erklärte das Ministerium.

Im Kampf um die Stadt Bani Walid, den die Kämpfer der neuen Führung am Sonntagmorgen nach einwöchiger Pause wieder aufgenommen hatten, meldete der Übergangsrat erste Erfolge. "Unsere Männer waren heute Nachmittag in der Stadt", sagte Dschamal Salem vom Nationalen Übergangsrat. Sie seien jedoch auf "harten Widerstand" getroffen. Nach Angaben eines weiteren Vertreters des Rats drangen sie bis ins Zentrum von Bani Walid vor.

Die rund 170 Kilometer südöstlich von Tripolis gelegene Wüstenstadt ist eine der letzten Hochburgen des gestürzten Machthabers Muammar el Gaddafi und wird von etwa 1500 seiner Anhänger kontrolliert. Die Kämpfer setzten bei ihrem Vormarsch nach eigenen Angaben schwere Artillerie ein, in Bani Walid seien jedoch überall Scharfschützen postiert gewesen. Drei Kämpfer der neuen Führung seien getötet worden, sagte der örtliche Kommandeur Mussa Junes.

Der Übergangsrat hatte in Tripolis Ende August die Macht übernommen. Der gestürzte Machthaber Gaddafi ist weiterhin auf der Flucht.

kave/DPA/AFP DPA

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