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Gysi-Schelte für die Linken: Vorwurf an die eigenen Reihen

Gregor Gysi wirft seiner Partei "Selbstbeschäftigung und Passivität" vor. Der Vorsitzende der Linken führte darauf auch die schlechten Umfrageergebnisse zurück.

Der Vorsitzende der Linksfraktion im Bundestag, Gregor Gysi, hat seiner Partei schwere Versäumnisse vorgeworfen. "Wir sind seit der Bundestagswahl in Selbstbeschäftigung und Passivität verfallen", sagte Gysi der "Frankfurter Rundschau" (Donnerstag). Dass die Linke in Umfragen auf der Stelle trete, sei vor allem selbst verschuldet. Der Protest gegen das Bahnprojekt Stuttgart 21 zeige, dass gerade ein rebellisches Bürgertum entstehe. "Das können wir nicht den Grünen überlassen, die vor allem das vornehme Bürgertum vertreten", warnte der Fraktionschef.

Die Arbeit der beiden neuen Parteivorsitzenden Gesine Lötzsch und Klaus Ernst bezeichnete Gysi als ganz gut, kritisierte aber zugleich, dass seit dem Abgang von Oskar Lafontaines ein bekanntes Gesicht aus dem Westen fehle. Er räumte zudem ein, dass die Kontroverse um die üppigen Bezüge von Ernst der Linken geschadet hätten. "Die Sache mit den drei Gehältern sah doof aus, da kann man sagen, was man will", sagte Gysi.

DPA / DPA