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"heute show" über Corona-Krise: "Deutschland scheitert bei Atemschutzmasken an einem Einwegprodukt. Das ist peinlich"

In der aktuellen Ausgabe der "heute show" spottet Moderator Oliver Welke erst über die Bundesregierung - und prangert dann die schlechte Ausstattung des Gesundheitssystems an. Dass in der Corona-Krise selbst Atemschutzmasken fehlen, sei "peinlich" für die Bundesrepublik. 

Oliver Welke kritisiert in der jüngsten Ausgabe der "heute show" die "auf Kante genähte" Austattung des deutschen Gesundheitssystems.

Oliver Welke kritisiert in der jüngsten Ausgabe der "heute show" die "auf Kante genähte" Austattung des deutschen Gesundheitssystems.

Messen vor leeren Kirchenbänken, Konzerte per Videoübertragung, Fernseh-Shows ohne Publikum: Um die Verbreitung des Coronavirus einzuschränken, finden Veranstaltungen derzeit in der Regel ohne Publikum statt. So auch in der ZDF-Satire-Sendung "heute show": Seit drei Wochen moderiert Anchorman Oliver Welke vor leeren Rängen, sodass die Pointen ohne Lacher im Studio verhallten. Das hält ihn aber nicht davon ab, im Akkord Witze zu reißen.

In der aktuellen Ausgabe knöpft er sich die Bundesregierung vor: "Eine historische Woche liegt hinter uns", wendet er sich zu Beginn an die Zuschauer. "Angela Merkel hat das Land erstmals von zuhause aus regiert, aus der Quarantäne. Ich muss sagen: Mir ist kein großer Unterschied aufgefallen." Seitdem die Kanzlerin am vergangenen Sonntag das Kontaktverbot - das streng genommen eher einer Kontaktreduzierung gleichkommt - verkündet habe, befinde sich quasi "ein Land auf der Stillen Treppe", so Welke.

Außerdem hat die Bundesregierung ein gigantisches Hilfsprogramm für die deutsche Wirtschaft beschlossen ("Mit Rettungsschirm, Charme und Melone") und viele deutsche Unternehmen improvisieren angesichts der Corona-Krise ("Die Firma Jägermeister hilft jetzt mit bei der Produktion von Desinfektionsmitteln. Geschmacklich ändert sich dadurch nichts", so Welke).

Welke kritisiert Gesundheitssystem

Vor allem aber kritisiert der ZDF-Moderator die mangelnde Ausstattung des hiesigen Gesundheitssystems. In vielen Arztpraxen, Krankenhäusern und sonstigen medizinischen Einrichtungen mangele es selbst an grundlegender Ausstattung – etwa Desinfektionsmitteln und Atemschutzmasken. "Deutschland scheitert bei den Atemschutzmasken nicht an Hightech, sondern an einem Einwegprodukt. Das ist peinlich", erklärt Welke schockiert. 

"Auch die Tatsache, dass viele unserer Medikamente in China oder Indien produziert werden, fällt uns jetzt leider auf die Füße", erklärt er weiter. In der Sendung folgt dann ein Ausschnitt, in der die Pharmazeutin Ulrike Holzgrabe von der Universität Würzburg sagt: "Die Chinesen brauchen gar keine Atombombe, sie liefern einfach keine Antibiotika. Und dann erledigt sich Europa von allein."

Die Aussage ist sicherlich überspitzt, enthält aber viel Wahres. "Leider hat sie total recht, mit dem was sie sagt", kommentiert Welke die "Gute-Laune-Oma von der Uni Würzburg". Dass das Gesundheitssystem insgesamt viel zu sehr auf Kante genäht sei und jahrelang auch noch am Pflegepersonal gespart wurde, räche sich nun: "Die Pflegerinnen und Pfleger, die wir noch haben, sind seit Jahren überlastet – weiß jeder. Und offensichtlich erwartet man bei dieser Berufsgruppe regelrecht, dass die sich aus Nächstenliebe immer weiter so reinhängt."

Dass wir allabendlich auf den Balkonen stehen und für das Klinikpersonal klatschen, sei zwar eine nette Geste – doch langfristig sei es wichtiger, die Arbeitsbedingungen zu verbessern, so das Fazit der "heute show".

Den vollständigen Beitrag der "heute show" finden Sie in der ZDF-Mediathek.

cf