HOME

Satire-Show: Peinliches Nestlé-Video: So spottet die "heute show" über CDU-Ministerin Julia Klöckner

War es nur ungeschickt oder schon Schleichwerbung? Seit Tagen wird über Julia Klöckners gemeinsames Video mit dem Nestlé-Chef debattiert. Nun nahm die "heute show" die Bundesernährungsministerin aufs Korn.

Oliver Welke spottet über das Nestlé-Video von Julia Klöckner

Oliver Welke spottet über das Nestlé-Video von Julia Klöckner

Erneut bringt ein Video in den sozialen Netzwerken die CDU in die Bredouille. Diesmal ist aber kein blauhaariger Youtuber dafür verantwortlich, sondern Bundesernährungsministerin Julia Klöckner höchstpersönlich. Auf Twitter postete ihr Ministerium ein Video, in dem der Nestlé-Konzern für sein Engagement bei Klöckners Initiative für weniger Zucker, Fette und Salz in Lebensmitteln gelobt wird. Seitdem steht die Bundesministerin im Zentrum eines veritablen Shitstorms. Einige werfen ihr Schleichwerbung vor, andere kritisieren, dass aktive Politiker sich nicht vor den PR-Karren eines multinationalen Konzerns spannen lassen dürfen, dem es allein darum geht, seine Profite zu maximieren.

Auch die ZDF-Satire-Sendung "heute show" griff das Thema in ihrer letzten Ausgabe vor der Sommerpause auf. "Wer sind eigentlich Deutschlands berühmteste Werbestars“, fragt Moderator Oliver Welke. Und er liefert gleich die Antwort: "Clementine von Ariel. Tilly von Palmolive. Und neuerdings Julia von Nestlé." Klöckners 59-sekündiges Video bezeichnet er als "absurd" und er könne nicht verstehen, warum sich die 46-jährige Politikerin ausgerechnet an der Seite des Nestlé-Chef zeige. "Mit solchen Leuten will man eigentlich nicht gesehen werden, aber die Julia ist sich halt vor nichts fies."

Und Welke legt nach: "Julia Klöckner persönlich verhindert weiter eine einfache Lebensmittel-Ampel wie den NutriScore in Frankreich, der dem Verbraucher auf einen Blick sagen würde: 'Lass die Scheiße im Regal, du fette Sau.'" Vor so einem Hintergrund könne man sich "doch nicht gleichzeitig mit dem Nestlé-Chef zum PR-Termin treffen.“

Flüssige Karies, die auch noch lecker schmeckt

"Jetzt ist aber auch langsam mal gut, Herr Welke", begrüßt Albrecht Humboldt anschließend den Moderator in einem kurzen Einspieler. Niemand brauche "Ernährungstipps von dem Moderator, für den das 16:9-Format erfunden wurde“ spottet er. Nebenbei trank er ein Glas Nesquik-Kakao, eines der hierzulande bekanntesten Nestlé-Produkte. Oder um es mit Humboldts Worten zu sagen: "Flüssige Karies, die auch noch lecker schmeckt“. 100 Gramm des Kakaopulvers enthalten der "heute show" zufolge 76 Gramm Zucker. 

In Klöckners Video kündigte der deutsche Nestlé-Chef an, er sei zuversichtlich, die Zuckermenge in Zukunft um weitere fünf Prozent zu reduzieren. Das sei viel zu wenig, monieren Ernährungswissenschaftler. Albrecht Humboldt heuchelt in einer gespielten Rolle des Lobbyisten Verständnis: Werde der Zuckeranteil um weitere fünf Prozent reduziert, sind nur noch 72 Gramm enthalten. "Wenn Sie da noch mehr Zucker rausnehmen, schmeckt die Plörre salzig“.

Die vollständige Sendung können Sie in der ZDF-Mediathek sehen

cf