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Iglu-Ländervergleich: Thüringer können am besten lesen

Nach der neuen Leseuntersuchung Iglu können Kinder in Thüringen am besten lesen und Texte verstehen. Kurz dahinter folgt Bayern. Aber selbst die Schlusslichter befinden sich noch immer im Bereich des internationalen Leistungsniveaus. Iglu gehört neben Pisa zu den großen weltweiten Schulstudien.

Viertklässler aus Thüringen können nach der neuen Iglu-Grundschulstudie am besten lesen und Texte verstehen. Mit knappen Abstand folgen danach die bayerischen Schüler. Der neue Iglu-Bundesländervergleich, der offiziell an diesem Dienstag in Berlin vorgestellt wird, liegt der Deutschen Presse-Agentur bereits vor. Iglu ist eine "Internationale Grundschul-Lese-Untersuchung". Sie gehört neben Pisa und Timss zu den drei weltweiten Schulstudien, an denen sich Deutschland derzeit beteiligt.

Den dritten bis sechsten Platz teilen sich nahezu fast punktgleich die vier Bundesländer Sachsen, Sachsen-Anhalt, Rheinland-Pfalz und Mecklenburg-Vorpommern. Dann folgen das Saarland und Baden-Württemberg. Auf dem neunten Platz kommt Niedersachsen, danach Schleswig-Holstein, Nordrhein-Westfalen und Brandenburg. Auf dem 13. Platz liegt Hessen, dann Berlin, Hamburg und Bremen. Aber selbst die Schlusslichter unter den deutschen Bundesländern erreichen alle noch Punktwerte im Rahmen des internationalen Leistungsniveaus.

Deutschland hatte mit seinen Grundschulen bei der internationalen Wertung, die bereits vor einem Jahr veröffentlicht wurde, einen guten elften Platz belegt und das obere Leistungsdrittel erreicht. Iglu testet das Lese- und Textverständnis bei den Grundschülern. Dieses gilt als Basiskompetenz für weiteres Lernen. Es wird untersucht, ob Schüler Gelesenes auch verstanden haben und daraus richtige Schlussfolgerungen ziehen können.

Die Iglu-Gesamtauswertung vor einem Jahr hatte erneut die in Deutschland besonders ausgeprägte Abhängigkeit von Bildungserfolg und sozialer Herkunft belegt. Danach bekommen Kinder aus der Oberschicht selbst bei unterdurchschnittlichen Grundschulleistungen in der Regel viel leichter eine Empfehlung zum Besuch des Gymnasiums als hochbegabte Kinder aus der Unterschicht. Länderdaten dazu bleiben in der neuen Veröffentlichung am Dienstag auf Wunsch der Kultusminister allerdings ausgespart. Sie werden erst im Frühjahr von den Wissenschaftlern in Fachbüchern publik gemacht. Zugleich wurde auch die Wirkung von Ganztagsunterricht auf die Leseförderung untersucht.

Deutschland hatte sich 2001 erstmals an Iglu beteiligt. Damals ließen allerdings nur sechs Bundesländer ihre Daten gesondert ausweisen. Dies waren Bayern, Bremen, Brandenburg, Thüringen, Nordrhein-Westfalen, Baden-Württemberg und Hessen. Bei dem jüngsten Test im Frühjahr 2006 machten alle Bundesländer mit. Bis auf Hessen konnten sich alle Länder, die auch beim ersten Test teilgenommen hatten, leicht verbessern. Insgesamt hatten in Deutschland 12.000 Schüler an Iglu teilgenommen - international über 400.000.

DPA / DPA