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Festnahme: In der Türkei inhaftierte Deutsche wieder in Deutschland – per E-Mail denunziert?

Die in der Türkei festgenommene Deutsche ist nach ihrer überraschenden Freilassung wieder in Deutschland eingetroffen. Bisher war in ähnlichen Fällen eine Ausreise verwehrt worden. Das Schicksal des Ehemanns ist derzeit unklar.

Deutsche und türkische Fähnchen: Inhaftierte Deutsche wieder in Deutschland eingetroffen

Deutsche und türkische Fähnchen auf einem Messestand: Das Verhältnis beider Staaten ist durch die Festnahme eines deutschen Ehepaares erneut belastet. Die Frau wurde inzwischen wieder freigelassen und durfte ausreisen.

Die am Donnerstag in der Türkei festgenommene Deutsche ist inzwischen wieder in Deutschland eingetroffen. Das berichtet der Rechercheverbund aus WDR, NDR und die "Süddeutsche Zeitung". Die aus Rheinland-Pfalz stammende Frau war mit ihrem Ehemann am Flughafen von Antalya festgenommen und am Montag wieder auf freien Fuß gesetzt worden. Der Ehemann befindet sich offenbar weiterhin in Haft. Der Vorfall hat die angespannten Beziehungen zwischen Deutschland und der Türkei zusätzlich belastet.


Grund der Festnahme, so heißt es in dem Bericht, soll angeblich eine anonyme E-Mail an die türkischen Behörden gewesen sein. Darin hatte ein Unbekannter behauptet, der Ehemann sein Anhänger der Gülen-Bewegung. Ebenso soll der genaue Zeitpunkt der Einreise in der Mail genannt worden sein. Die Bewegung um den in den USA lebenden Prediger Fethullah Gülen wird vom türkischen Präsidenten Recep Tayyip Erdogan für den gescheiterten Putschversuch im vergangenen Jahr verantwortlich gemacht.

Türkei: Freie Ausreise ungewöhnlich

Die Festnahme soll das Ehepaar, das türkische Wurzeln, aber nur die deutsche Staatsbürgerschaft haben soll, völlig überraschend getroffen haben. Die beiden waren in diesem Jahr schon mehrfach in die Türkei gerweist, ohne dass es Probleme gegeben hatte. Die Freilassung der Frau erfolgte nun "ohne Auflagen". Das gilt als ungewöhnlich, da in vergleichbaren Fällen freigelassenen Deutsche die Ausreise verweigert worden ist. Derzeit sollen sich etwa 25 Deutsche gegen ihren Willen in der Türkei aufhalten. Wie es heißt, hatte der Staatsanwalt die Vorwürfe gegen die Frau am Sonntag überraschend fallengelassen. Wie es dem inhaftierten Mann geht, ist derzeit unklar. Die türkische Justiz hat der deutschen Botschaft bisher den Kontakt zu den Festgenommenen verwehrt.


dho