HOME

Kandidatur für die Bundestagswahl: Riexinger will Gysi nicht als "einsamen Häuptling"

Vor sieben Monaten hat ein zermürbender Machtkampf die Linke an den Rand des Abgrunds gebracht. Jetzt gibt es eine neue Personaldebatte: Es geht um die Spitzenkandidatur für die Bundestagswahl.

Linke-Chef Bernd Riexinger ist Spekulationen entgegengetreten, nach denen Gregor Gysi die Partei als alleiniger Spitzenkandidat in die Bundestagswahl führen soll. "Die Zeit einsamer Häuptlinge und Entscheidungen ist vorbei. Die Spitzenkandidat/innen werden im Parteivorstand nominiert, nirgendwo sonst", schrieb er auf Twitter. Die Vorstandsmitglieder Raju Sharma und Halina Wawzyniak befürworteten dagegen eine alleinige Führungsrolle Gysis. Dieser wird vor allem von den reformorientierten ostdeutschen Landesverbänden unterstützt.

Zuvor hatte der "Spiegel" berichtet, Fraktionschef Gysi habe eine Doppelspitze mit seiner Stellvertreterin Sahra Wagenknecht verhindert und solle alleiniger Spitzenkandidat werden. Dem 64-Jährigen solle ein vierköpfiges Team mit Wagenknecht, Fraktionsvize Dietmar Bartsch, Parteichefin Katja Kipping und dem stellvertretenden Parteivorsitzenden Jan van Aken zur Seite gestellt werden.

Klausurtagung in Hannover

Sharma und Wawzyniak wandten sich auf Twitter gegen ein solches Team indem sie erklärten, Gysi stünden im Wahlkampf alle Parteimitglieder zur Seite. "Gysi als Spitzenkandidat finde ich gut. Und ich hoffe, dass ihn ein Kompetenzteam von rund 65.000 Genossinnen und Genossen unterstützt", schrieb Schatzmeister Sharma. Ähnlich äußerte sich Wawzyniak.

Am Donnerstag kommt die Bundestagsfraktion der Linken in Hannover zu einer zweitägigen Klausurtagung zusammen. Am Sonntag will die Partei bei einer Großveranstaltung in der Berliner Volksbühne den Startschuss für das Wahljahr geben. Nach der bisherigen Planung soll die Spitzenkandidatenfrage allerdings erst nach der Landtagswahl in Niedersachsen am 20. Januar geklärt werden.

kave/DPA / DPA