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Kraft erneuert Angebot an FDP: NRW-CDU will nur mit Rüttgers in eine große Koalition

Nach dem Scheitern der rot-rot-grünen Sondierungsgespräche in Nordrhein-Westfalen hat SPD-Spitzenkandidatin Hannelore Kraft ihr Gesprächsangebot an die FDP indirekt erneuert. Gleichzeitig betonte die CDU den Regierungsanspruch von Jürgen Rüttgers in einer möglichen großen Koalition.

Nach dem Scheitern der rot-rot-grünen Sondierungsgespräche in Nordrhein-Westfalen hat SPD-Spitzenkandidatin Hannelore Kraft ihr Gesprächsangebot an die FDP indirekt erneuert. Sie sagte am Freitag im ZDF-"Morgenmagazin", bislang seien die Liberalen mit ihrer strikten Verweigerung einer Ampelkoalition mit SPD und Grünen ihrer demokratischen Verantwortung nicht gerecht geworden. "Ich weiß nicht, ob sich die FDP noch mal rührt, ich bin da sehr gespannt", sagte Kraft.

Zunächst wolle die SPD jetzt mit der CDU über eine große Koalition reden. Entscheidend sei ein Politikwechsel. "Die CDU muss erst zur Erkenntnis gelangen, dass sie abgewählt worden ist", betonte Kraft. Der Ministerpräsident werde in NRW vom Landtag gewählt. "Und wir haben im Landtag die gleiche Zahl von Sitzen. Das ist entscheidend."

Die CDU hingegen will nur mit Ministerpräsident Jürgen Rüttgers in eine große Koalition mit der SPD gehen. Das machte ihr Generalsekretär Andreas Krautscheid am Freitag im WDR deutlich. Es sei unbestritten, dass die stärkere Partei den Regierungschef stelle und auch entscheide, wer dieses Amt wahrnehme, betonte er. "Rüttgers ist für uns der nächste Ministerpräsident."

Krautscheid zeigte sich zugleich verhandlungs- und kompromissbereit. Die CDU nehme das Wahlergebnis, das ihr einen Verlust von gut zehn Prozentpunkten bescherte, ernst. Sie wisse, dass sie nicht alle Idealpositionen aufrecht halten könne. Es gehe jetzt darum, mit der SPD ein Klima der Vernunft und eine Verhandlungsposition auf Augenhöhe herzustellen. "Wir sind dazu bereit", betonte der CDU-Politiker.

Hannelore Kraft schloss auch Neuwahlen nicht aus. "Das ist am Ende immer möglich. Das hängt jetzt davon ab, inwieweit die CDU beweglich ist und ob sich die FDP noch einmal zu Gesprächen bereit findet."

Die Sondierungsgespräche von SPD, Grünen und Linkspartei waren am Donnerstagabend gleich beim ersten Treffen geplatzt. Kraft sagte an die Adresse der Linken: "Ich war wirklich entsetzt über das, was wir dort gehört haben. Wir haben viel Geschichtsklitterung gehört und gemerkt, dass die Linkspartei nicht richtig weiß, was es bedeutet, eine regierungstragende Fraktion zu stellen."

DPA / DPA